Die Welt des goldenen Mondes - Band 2 - Kapitel 9: Reigas erste Prophezeiung

Story by Meister Fuchs on SoFurry

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Hallo ihr Lieben!

Und weiter geht's mit meiner Story-Reihe über Reiga und sein Rudel. Viel Spaß!

Noch schnell das übliche Blabla: Wie immer sind alle Figuren und Inhalte der Geschichte meiner Fantasie entsprungen und daher sind eventuelle Übereinstimmungen reiner Zufall. Für Kommentare, Favs und Sterne bin ich natürlich immer Dankbar und sollte euch etwas besonders gut gefallen haben oder eventuell gar nicht, dann zögert nicht es mir zu sagen. :D

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!

Viele liebe Grüße von eurem Meister Fuchs :3


Kapitel 9: Reigas erste Prophezeiung

Reiga las die Prophezeiung erneut vor, als alle aus seinem Rudel und auch Arkady und sein Rudel in der Ratshöhle zusammengekommen waren. Fala hatte ganze Arbeit geleistet und sie alle recht schnell ausfindig machen können. Dafür lag die Wölfin aber nun auch hechelnd auf ihrem Platz bei den anderen persönlichen Dienern und musste sich erstmal etwas erholen. Nachdem die Anwesenden alles gehört hatten, meckerte Marie: „Schon wieder Rätzel! Warum müssen es immer Rätzel sein? Kann er nicht einfach sagen: Da ist das Schwert. Geh los und hol es dir.“ Thomas antwortete: „Weil das langweilig wäre.“ Reiga stimmte ihm lachend zu: „Richtig.“ Marie gab es auf und sprach: „Fein, von mir aus. Dann gehen wir die Sache am besten Satz für Satz an. Les' nochmal den ersten Satz vor, Reiga.“

„Finde den Letzten der wahrhaft Starken. Suche ihn dort, wo er dem Himmel am nächsten ist, ihn jedoch nicht sehen kann“, als Reiga fertig war, sah er die Anderen wartend an. Thomas fragte begeistert: „Ein wahrhaft Starker? Kam in der Geschichte von der Entstehung des Lougarou nicht vor, dass die Drachen als das stärkste Volk gewählt wurden? Heißt das, dass wir einem Drachen begegnen werden?!“ Reiga stimmte nickend zu: „Scheint wohl so.“ „Aber wie konnte der all die Jahrhunderte unbemerkt überleben? Außerdem müsste der doch inzwischen Steinalt sein“, konterte Rika skeptisch. Nun fügte Meisterin Cira etwas ein: „So viel wir wissen, wurden die Drachen von den Menschen komplett ausgerottet. Sie haben sich sogar aus den Schuppen Rüstungen und aus ihren Knochen Waffen gemacht.“

Meister Jolon fügte darauf hinzu: „Jedoch wird sich einer von ihnen wohl versteckt haben. Drachen werden tausende von Jahre alt und können über Jahrhunderte hinweg schlafen. Außerdem besitzen sie von Geburt an starke magische Kräfte. Wenn er sich einen sicheren Ort gesucht hat, wo er nicht entdeckt wird, dann konnte er dort sicherlich problemlos überleben.“ Thomas dachte über den Rest des Satzes nach und meinte: „Suche ihn dort, wo er dem Himmel am nächsten ist, ihn jedoch nicht sehen kann. Auf einem Berg ist man dem Himmel am nächsten und wenn man in einer Höhle ist, kann man ihn auch nicht sehen.“ „Ja denke ich auch“, bestätigte Marie seine Meinung und auch die Anderen nickten zustimmend.

„Finde das, was nicht gefunden werden will. Suche es dort, wo es ist, aber nicht zu sein scheint“, las Reiga vor und fügte gleich hinzu: „Ist ziemlich offensichtlich, dass damit etwas gemeint ist, dass sich versteckt.“ Thomas erwiderte: „Dort, wo es ist, aber nicht zu sein scheint. Vielleicht nur ein Bild eines Drachen. Er wäre dann zwar da, aber andererseits auch nicht.“ „Oder eine Statue“, gab Marie zu seinem Gedanken dazu. Reiga nickte erneut, denn das schien stimmig zu sein und las den letzten Satz nochmal vor: „Höre eine Stimme, wo keiner spricht, dann wird sich dir ein Weg offenbaren, wo keiner ist.“ „Hmm, das ist schon schwieriger. Eine Stimme, wo keiner spricht. Der Wind vielleicht oder ein Wasserfall? Irgendwas, was Geräusche macht, aber nicht spricht“, warf Marie in die Runde ein.

Kiba sagte darauf: „Und ein Weg, wo vorher keiner war. Also ein Geheimgang. Das dürfte erklären, warum noch keiner den Drachen gefunden hat.“ Wieder nickte Reiga zustimmend und erwiderte: „Das scheint alles soweit zu passen, aber dennoch sind es nicht gerade viele Informationen, die wir haben.“ Marie meckerte: „Und das ist noch untertrieben. Es gibt hunderttausende Berge auf der Welt. Wo sollen wir da anfangen?“ Reiga wandte direkt ein: „Ich glaube nicht, dass wir von jedem Berg ausgehen müssen. Der Drache wollte sicherlich dem Himmel wirklich am nächsten sein und wird damit einen sehr hohen Berg gewählt haben. Ich denke, wir sollten uns erstmal auf die zehn höchsten Berge konzentrieren.“

Marie konterte: „Selbst, wenn wir uns nur auf den Mount Everest konzentrieren würden, würde es Monate dauern allein den nach einer bestimmten Höhle abzusuchen. Geschweige denn den Berg überhaupt erstmal zu besteigen. Wir haben ganz einfach zu wenig Informationen.“ Während die Wölfe sich nun eher aus dem Gespräch raushielten und nur zuhörten, warf Thomas ein: „Jetzt wäre ein Laptop mit Internet praktisch.“ Als ihn alle verwundert ansahen, erklärte der Junge: „Wir könnten einfach nach einer Höhle mit einem Drachenbild oder sowas suchen. Google knows everything.“ Marie antwortete grinsend: „Stimmt, aber leider hätten wir hier unten sicherlich keinen Empfang.“

Reiga überlegte. Als ihm eine Idee kam, sah er zum Bereich der persönlichen Diener und sagte: „Fala, bitte hol einen der Nihama her. Ich habe eine Frage und eventuell eine Bitte.“ Sofort erhob sich die Wölfin und eilte aus der Höhle. Reiga musste zugeben, dass es sich als sehr nützlich erwies, eine Dienerin zu haben. Als er den Blick von Marie und Thomas bemerkte, erklärte er grinsend: „Magic can do everything.“ Nur wenige Minuten später kam Fala schon mit einem schneeweißen Wolf zurück. Auch er besaß das vollständige Nihama-Siegel auf seiner Stirn. „Auf Wunsch von Meister Reiga ist hier der Nihama Pallos“, kündigte Fala ihn an und ging danach zurück zu ihrem Platz. Der weiße Wolf lief lächelnd an den beiden Rudeln von Reiga und Arkady vorbei und setzte sich vor dem erhöhten Bereich der Meister hin.

Er verneigte sich und sprach: „Ich stehe euch zu Diensten, Meister Reiga.“ Dieser sah zu ihm runter und erklärte: „Um meine erste Aufgabe zu erfüllen, benötige ich Zugang zum weltweiten Computernetzwerk der Menschen. Gibt es eine Möglichkeit dies mit Magie von hier aus zu bewerkstelligen?“ Der Nihama überlegte und erwiderte: „Bitte erklärt mir genau, was ihr tun möchtet.“ Nachdem Reiga im alles genau erklärt hatte, sprach der weiße Wolf: „Es ist äußerst schwierig mittels Magie so tief in die Technologie einzugreifen, aber nicht unmöglich. Ich denke, ich werde jedoch Hilfe von zwei meiner Kameraden benötigen und ich kann euch nicht garantieren, dass es funktionieren wird.“

Reiga entgegnete nickend: „Versucht euer Bestes. Wenn es dennoch nicht geht, ist es nicht tragisch.“ Auf Reigas Bitten holte Fala zwei weitere Nihama. Kurz darauf kündigte sie diese bereits an, als sie die Ratshöhle betraten: „Auf Meister Reigas Wunsch sind hier die beiden Nihama Muna und Amada.“ Zwei schneeweiße Wölfinnen kamen hereingelaufen, gingen an den beiden Rudeln vorbei und setzten sich zu ihrem Kameraden. Reiga bemerkte verwundert, dass sie alle drei weißes Fell hatten. Von Muna wusste er es schon, aber es schien, als hätte jeder der Nihama weißes Fell. Natürlich hatten das Marie, Thomas und die Anderen ebenfalls bemerkt, doch keiner fragte danach.

Nachdem Pallos seinen beiden Kolleginnen erklärt hatte, worum es ging und was er sich als Lösung überlegt hatte, stimmten sie ihm zu und besprachen den genauen Ablauf. Pallos sollte den Hauptteil des Zaubers wirken, während Muna und Amada ihm dabei als zusätzliche Energiequellen dienten. Die drei weißen Wölfe gingen zur Höhlenwand auf der rechten Seite, wo auch Elesmera’s Grab war und baten die Wachen, die dort saßen, für sie Platz zu machen. Nachdem acht der kräftigen Wölfe zur Seite gegangen waren, setzte sich Pallos etwa zwei Meter vor der Wand hin und sah diese an. Muna und Amada setzten sich links und rechts neben ihm hin und schauten ihn an.

„Okay. Beginnen wir mit dem Zauber zum Transfer von magischer Energie“, sprach Pallos und sah dabei die beiden Wölfinnen abwechselnd an. Diese nickten nur, schlossen die Augen und fingen an sich zu konzentrieren. Das Nihama-Siegel auf ihren Stirnen fing an zu leuchten und auch ihr Fell schien auf einmal von etwas Wind herumgewirbelt zu werden. Kurz darauf öffneten sie ihre Augen wieder und begannen damit einige Worte in einer anderen Sprache aufzusagen: „Muraco pava-siyas tala whakan chos chunk a bom-essed nahimana anaba-ro.“ Reiga und die Anderen trauten ihren Augen nicht. Mit jedem Wort, dass die beiden Wölfe links und rechts von Pallos aussprachen, erschienen vor ihrem Maul die Worte geschrieben in der Pfotenabdruck-Schrift und schwebten als kleine schwarze Schatten auf den Boden vor ihnen runter.

Erstaunt sahen sie dabei zu, wie die kleinen schwarzen Pfotenabdrücke eine Kette bildeten, auf dem Boden um die beiden Wölfinnen herum einen Kreis erzeugten und danach auch auf Pallos zuwanderten. Als die beiden Ketten bei dem weißen Wolf ich der Mitte ankamen, wanderte die eine hinter ihm herum, während die andere vor ihm entlangging. Das ging so lange weiter, bis auch er von einem Kreis aus Pfotenabdrücken umgeben war. Dreimal wiederholten Muna und Amada die Wörter in der alten Sprache und vervollständigten damit den Zauber. Als alle Pfotenabdrücke ihren Platz erreicht hatten, hatte sich um jeden der drei Wölfe ein Kreis gebildet. Die Kreise links und rechts waren durch eine Kette, mit dem in der Mitte, verbunden.

Plötzlich leuchtete die Schrift auf. Die magische Energie floss durch die Pfotenabdrücke auf dem Boden hinüber zu Pallos und erfüllte ihn. Der Wolf öffnete die Augen, die in einem weißen Licht glühten. Kurz darauf fing er an einige Wörter in der anderen Sprache aufzusagen. Er wiederholte sie zwar nicht, sagte aber deutlich mehr auf, als Muna und Amada es getan hatten. Es dauerte etwas mehr als eine Minute, bis er endlich fertig war und sich vor ihm auf der Höhlenwand ein helles Bild zeigte. Nach ein paar weiteren Sekunden konnten die Anwesenden schließlich auch etwas erkennen. „Die Google-Startseite. Sie haben es tatsächlich geschafft“, murmelte Thomas erstaunt.

Plötzlich sprach Pallos mit einer merkwürdigen Stimme: „Meister Reiga. Bitte kommt zu mir und legt eure Hand auf meinen Kopf. Ihr könnt mit euren Gedanken alles Weitere steuern und nach den Informationen suchen. Nur beeilt euch etwas. Wir können diesen Zustand nicht lange aufrechterhalten, da es deutlich mehr Energie erfordert, als ich erwartet hatte.“ Reiga erhob sich direkt von seinem Platz und ging zu den drei Wölfen. Er konnte die magische Kraft spüren, die zwischen den Wölfen floss und machte sich etwas Sorgen. Er wollte natürlich nicht, dass sie ein zu großes Risiko für ihn eingingen. Als er seine Hand auf den Kopf von Pallos gelegt hatte, spürte er plötzlich die Verbindung zu dem Wolf.

Reiga sah zur Höhlenwand auf und konzentrierte sich. „Okay dann suchen wir doch einfach mal nach einer Drachenhöhle in einem Berg. Mal sehen was angezeigt wird“, sagte er und dabei erschienen auch schon die Worte in der Suchleiste. Kurz darauf zeigte die Internetseite eine Liste mit Ergebnissen an. Leider fand er nichts Nützliches darunter. „Versuch mal ‘Berghöhle‘ und ‘Drache‘ oder so“, schlug Marie plötzlich vor. Reiga gab die beiden Worte ein und wieder erschien die Liste. Nachdem er ein bisschen runtergescrollt war und sich zwei Nieten angesehen hatte, fand er etwas und las vor: „Die Ritualkammer des Bergdrachen. Der Sensationsfund ist endlich für Besichtigungen geöffnet.“

„Klick mal da drauf. Das klinkt interessant“, erwiderte Marie direkt, was Reiga auch keine Sekunde später getan hatte. Es öffnete sich die Seite eines Reiseveranstalters. Sie sahen ein Foto von einem Höhleneingang. Reiga las den Text daneben vor: „Der Sensationsfund vor drei Jahren wurde endlich für Besichtigungen freigegeben. Die etwa 1200 Jahre alte Opferstätte hatte im Januar vor drei Jahren für großen Wirbel gesorgt. Mehr zufällig waren Bergsteiger auf den verschütteten Höhleneingang auf der Westseite des Nanga Parbat aufmerksam geworden. Der Nanga Parbat, auch als Diamir bekannt, ist mit 8125 Metern Höhe der neunthöchste Berg der Erde und der einzige Achttausender im Westhimalaya. Er liegt in Gilgit-Baltistan, dem früher als Northern Areas bezeichneten pakistanischen Teil der umstrittenen Region Kaschmir.

Nachdem die Bergsteiger mit einigen Helfern den Eingang freigeräumt hatten, fanden sie nach einem längeren Fußmarsch eine riesige Kammer. Unzählige Tongefäße, Waffen und Rüstungen befanden sich darin. In der Mitte der Kammer entdeckte man einen großen Altar, der aus massivem Gold zu bestehen schien. Viel eindrucksvoller war jedoch der Wächter dieses Schatzes. Eine 18 Meter große Skulptur eines Drachen, der aus der Felswand herausragte und mit dem Kopf bis über den Altar reichte. Mit weit aufgerissenem Maul zeigt er seine scharfen Zähne und bedroht damit jeden, der sich ihm nähert. Archäologen aus der ganzen Welt reisten umgehend zu diesem unglaublichen Fund. Durch Schriften an den Höhlenwänden fand man heraus, dass es sich um eine Opferstätte handelte.

Hier wurden jungfräulichen Mädchen bei lebendigem Leibe das Herz herausgeschnitten, um es der Drachenstatue zu opfern. Man wollte damit den Geist des Berges friedlich stimmen. Nun wurde dieser Fund endlich zur Besichtigung freigegeben. Den besten Zugang zur Höhle hat man von Rupal Village aus. Von dort finden täglich Führungen zum Höhleneingang statt.“ Reiga überlegte nicht lange und ließ sich gleich die Lage der Höhle und des Dorfes über Google-Maps anzeigen. Kurz darauf fragte er: „Hmm. Kann mir einer sagen, ob es dort in der Nähe einen Portalteich gibt?“ Kiba erhob sich von seinem Platz und ging zu Reiga. Er sah sich die Karte genauer an und antwortete: „Nördlich dieses Dorfes müsste es einen geben. Ich bin mir allerdings nicht sicher. Wir müssten einen Tiranen fragen. Sie kennen die Lage aller Teiche.“

Reiga sah zu Fala rüber. Die Wölfin erhob sich und lief aus der Höhle, ohne das er etwas sagen musste. Plötzlich fing das Bild auf der Höhlenwand an zu flackern. Reiga drehte sich erstaunt um und sah sich die drei weißen Wölfe an. Sie waren bereits fix und fertig. Man sah ihnen die Kraftlosigkeit deutlich an. „Oh Gott, das tut mir leid. Ich habe gar nicht mehr an euch gedacht“, stellte Reiga erschrocken fest. „Könnt ihr noch einen Augenblick durchhalten? Wir müssen nur noch wissen ob es dort einen Teich gibt“, fragte Kiba schließlich, doch Pallos betonte: „Nicht mehr lange, sonst setzen wir unser Leben aufs Spiel.“ Reiga überlegte, wie er ihnen helfen könnte. Natürlich wollte er nicht, dass sie zu Schaden kamen und kurz darauf hatte er eine Idee.

Reiga schloss seine Augen und konzentrierte sich. Das Flackern des Bildes hörte auf und die drei Wölfe wirkten schnell wieder erholt. „Was? Was passiert hier? Seid ihr das, Meister Reiga?“, fragte Muna erstaunt, als sie spürte, wie eine riesige Menge magische Energie in sie floss und sie erfüllte. Auch Amada und Pallos fühlten sich plötzlich wieder voller Kraft. Reiga öffnete seine Augen und erklärte: „Ich habe euch dreien etwas von meiner Kraft gegeben. Da wir alle vier durch Pallos miteinander verbunden sind, habe ich mir gedacht, dass ich euch auf diesem Weg doch vielleicht auch etwas von meiner Energie geben können müsste und scheinbar hat das auch funktioniert.“

„Euer Talent für die Magie ist wahrlich sehr beeindruckend, Meister Reiga, stellte Pallos erstaunt fest. Bevor dieser etwas darauf antworten konnte, hörten sie Fala‘s Stimme: „Auf Wunsch von Meister Reiga ist hier der Tirane Takoda!“ Kibas Vater kam schließlich in die Höhle gelaufen und begrüßte alle Anwesenden. Er lief zu Reiga und erkundigte sich: „Womit kann ich euch dienen, Meister Reiga?“ Der deutete auf die Karte und fragte: „Gibt es dort in der Nähe des Berges einen Portalteich?“ „Bitte zeigt mir erstmal einen größeren Ausschnitt der Umgebung und dann wieder den Punkt, den ihr meint.“ Reiga scrollte etwas raus und zeigte ihm eine grobe Ansicht und ging schließlich wieder näher ran.

Der Tirane sah sich die Karten genau an und antwortete: „Das ist der Berg Drageross. Dort befand sich einst das Hauptnest der Drachen. In den unzähligen Höhlen des Berges lebten über 200 Drachen. Ja, dort gibt es einen Portalteich. Er liegt etwas nördlicher von diesem Dorf und damit nordöstlich des Berges.“ Etwas überrascht von diesem plötzlichen Überfluss an Informationen antwortete Reiga nur knapp: „Okay. Vielen Dank. Du hast mir damit sehr geholfen.“ Takoda verneigte sich kurz und sagte: „Immer gerne. Es freut mich, dass ich helfen konnte, Meister Reiga.“ Reiga nahm schließlich seine Hand von Pallos Kopf und erlaubte den drei weißen Wölfen den Zauber zu beenden.

Nachdem die Nihama und der Tirane die Ratshöhle verlassen hatten und auch Reiga wieder auf seinem Platz saß, fragte er: „Scheint so als hätten wir unser Ziel gefunden. Wann wäre denn der günstigste Zeitpunkt uns auf den Weg zu machen?“ Meister Jolon, der alte Wolf links neben Reiga, antwortete direkt: „Je früher desto besser. Ihr solltet euch jedoch etwas vorbereiten und vorher alles hier geregelt haben. Unterweist eure Dienerin ausführlich darin, wie sie sich während eurer Abwesenheit zu verhalten hat und entscheidet, ob euch noch jemand außer euer Rudel begleiten soll.“ Reiga nickte zustimmend und erhob sich dabei von seinem Platz.

„Okay. Ich werde mich um alles kümmern und euch Bescheid sagen, wenn wir abreisen“, erklärte er und stieg dabei vom erhöhten Bereich der Meister runter. Marie, Thomas und die Anderen erhoben sich ebenfalls und als Reiga zu Fala rüber sah, kam auch sie sofort angelaufen. Während sie den Tunnel zur Haupthöhle entlanggingen, gab Reiga einige Anweisungen. Thomas und Marie sollten schon ihre Sachen zusammenpacken und Kiba sollte dafür sorgen, dass sich alle anderen ebenfalls zur Abreise bereitmachten. Danach befahl er Fala am Eingang der Versammlungshöhle auf ihn zu warten. Während Fala daher den Spiralweg rauf lief, ging Reiga mit den beiden Rudeln kurz mit runter und rief dann Arkady zu sich.

Die Beiden bogen in einen Tunnel zu Schlafhöhlen ein und gingen in eine, die noch frei war. Reiga versiegelte den Eingang der Höhle mit einem Zauber, sodass kein Ton nachdraußen dringen konnte. Er wollte damit sichergehen, dass sie niemand belauschen konnte. „Arkady, ich möchte dich um einen Gefallen bitten“, sprach Reiga schließlich und setzte sich dabei im Schneidersitz vor den Wolf mit der Narbe über dem rechten Auge. Arkady erkundigte sich direkt: „Ich freue mich, wenn ich dir helfen kann. Was soll ich tun?“ Reiga holte das Buch aus der Innentasche seines Mantels und schlug die letzte beschriebene Seite auf. Dort stand seine erste Prophezeiung.

Danach erklärte er: „Kiba und ich hatten beide das Gefühl, dass Fala etwas versteckt. Um der Sache auf den Grund zu gehen, habe ich ihr Theater mitgespielt und sie zu meiner persönlichen Dienerin gemacht. Ich weiß nicht was sie vor hat oder worauf sie es abgesehen hat, allerdings habe ich inzwischen ein ungutes Gefühl bei der Sache. Meine erste Prophezeiung habe ich direkt nach Fala’s Ernennung bekommen und hier steht, dass nur die Zukunft mir zeigen kann, ob ich gut oder schlecht gewählt habe. Mit anderen Worten heißt das, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass ich schlecht gewählt habe. Verstehst du was ich meine?“ Der Wolf antwortete nickend: „Wenn nichts passieren soll, warum es dann in der Prophezeiung erwähnen?“

„Exakt, ja. Ich glaube, dass Sewati mich damit im Geheimen warnen wollte. Es wird etwas passieren und ich glaube nicht, dass mir das gefallen wird. Ich möchte dich bitten, Fala im Auge zu behalten. Außerdem kannst du ein bisschen nachforschen. Hör dich um. Vielleicht erfährst du etwas über sie, aber sei vorsichtig. Kiba und auch die anderen Meister hatten mich vorgewarnt, dass sicherlich sehr viele gerne mein persönlicher Diener werden wollen, doch außer Fala hat mich niemand deswegen angesprochen und das gefällt mir nicht.“ Wieder antwortete der Wolf nickend: „Jemand muss die anderen Wölfe davon abgehalten haben. Entweder durch Drohungen oder man hat über dich ein Gerücht in Umlauf gebracht. Ich verstehe, worauf du hinauswillst. Ich werde dir natürlich helfen.“

„Ich danke dir vielmals. Ich wusste, dass du mich verstehen würdest. Eigentlich hätte ich dich zu meinem persönlichen Diener machen sollen. Dir vertraue ich voll und ganz“, erwiderte Reiga und streichelte dabei durch das Kopffell des Wolfes. Dieser wurde unter seinem Fell leicht rot, während sein Schweif etwas anfing zu wedeln. Reiga ließ seine Hand auf Arkadys Stirn liegen, schloss die Augen und konzentrierte sich. Kurz darauf sprach er: „Nahimana kuckuniwi whakan qualeta-anaa ho.“ Arkady spürte eine wohltuende Wärme und Geborgenheit durch seinen Körper strömen. Es fühlte sich an, wie sich bei der Mutter ins Fell zu kuscheln.

Reiga nahm seine Hand runter und erklärte auf den verwunderten Blick des Wolfes: „Als ich vorhin Pallos und den anderen Nihama einen Teil meiner magischen Energie übertrug, nahm ich unbeabsichtigt etwas von ihren Erinnerungen in mir auf. Ich habe gerade einen Zauber auf dich gewirkt, der eigentlich zum Schutz von Welpen gedacht ist. Er funktioniert aber auch bei älteren Wölfen und wird dich, solange ich weg bin, vor jeglicher Art von Schaden beschützen. Solltest du irgendwie in Schwierigkeiten geraten, dann kannst du natürlich jederzeit sagen, dass du unter meinem persönlichen Schutz stehst und dass nur ich dein eventuelles Fehlverhalten strafen darf. Sollte das nicht genügen, wird der Zauber dich im schlimmsten Falle vor Schaden beschützen.“ „Vielen Dank. Ich werde mein Bestes geben“, entgegnete Arkady lächelnd. Nachdem Reiga ihn erneut kurz gestreichelt hatte, beendeten sie ihre kleine geheime Besprechung.

Während Arkady zurück zu seinem Rudel ging, lief Reiga den Spiralweg rauf, um sich mit Fala in der Versammlungshöhle zu treffen. Über eine halbe Stunde lang erklärte er ihr genau, was er von ihr erwartete, wie sie sich zu verhalten hatte und welche Ansichten er vertrat. Besonders betonte er jedoch, dass sie unter keinen Umständen für Wanaton stimmen dürfe. Seine Entscheidung stand diesbezüglich fest und dies musste sie damit akzeptieren. Zum Schluss versicherte Fala ihm, dass sie sich an alle seine Vorgaben halten werde. Reiga wusste, dass ihre Worte wenig Gewicht hatten, jedoch hatte er nun keine Wahl mehr und akzeptierte, dass was kommen sollte. Damit beendete er schließlich das Gespräch mit ihr und ging in die Schlafhöhle zu seinem Rudel, um sich ebenfalls für die Abreise fertigzumachen.

(c) by Meister Fuchs (Micki the Fox)