Ein schmackhaftes Osterfest

Story by elpoyodiabolo on SoFurry

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Was wäre wenn der Osterhase auf einmal nicht mehr da wäre...

Was wäre wenn ein mystisches einem anderen zum Opfer gefallen wäre?


Es war der Morgen des Ostersonntags, und er schickte sich an, ein wunderschöner Tag zu werden. Ein typischer Frühjahrstag, milde Temperaturen, viel Sonnenschein und eine sanfte Brise in der Luft. Die Osterglocken blühten und verwandelten jede Wiese in ein Meer aus gelben Blüten.

Die Gemeinde hatte sich in der Kirche versammelt und folgte der Morgenandacht, nach deren Ende traditionell die Ostereiersuche beginnen würde. Alle freuten sich schon darauf und konnten es gar nicht abwarten, bis der Pastor sie endlich in den Sonntag entließ.

Mit den oft wiederholten Worten des Papstes, “Urbi et Orbi", entließ der Prediger seine Gemeinde schließlich und die versammelten Bürger strömten aus der Kirche.

Die Wiese, die traditionell für die Eiersuche vorgesehen war, befand sich nur einige Straßen weiter und so kam es einer Prozession gleich, als die Einwohner des kleinen Örtchens gesammelt dorthin gingen.

Es war eine große, saftige Wiese, die schon seit vielen Jahren für diesen Zweck gehegt und gepflegt wurde. Viele der Bürger verbanden schöne Erinnerungen mit Ostern und dieser Wiese. Auch dieses Jahr würde es wieder ein schönes Erlebnis werden. Das Wetter war schön und es war warm, was konnte man mehr wollen?

Alle hatten ihre kleinen Körbchen mitgebracht, in denen sie die bunten Eier sammeln würden und am Ende der Suche den Sieger küren, der die meisten Eier gefunden hatte. Es war eine lange Tradition, dass die Kinder einen Vorsprung bekamen, da sie langsamer waren und an manche Eier gar nicht erst heran kamen.

Und so begann die traditionelle Eiersuche am Ostersonntag. Die Kinder wurden zuerst losgeschickt und während sie auf die Wiese stürmten, sahen ihre Eltern und die anderen Erwachsenen ihnen freudig zu und unterhielten sich über das Wetter, Politik und das Fußballspiel am Wochenende.

Es dauerte eine ganze Weile und das Lachen der Kinder hielt an, aber mit der Zeit wurde es ruhiger auf der Wiese. Von ihrem Standpunkt aus konnten die Erwachsenen sehen, dass die Kinder noch keine Eier in ihren Körbchen hatten.

Das war in der Tat seltsam, denn auch wenn einige der Kinder nicht gerade für ihre Intelligenz bekannt waren, so sollten sie doch zumindest ein paar Eier finden. Die meisten der bunten Schätze waren nicht so schwer versteckt.

Als die ersten Kinder jedoch enttäuscht zu ihren Eltern kamen und ihnen die leeren Körbchen hinstreckten war allen klar, etwas stimmte nicht. Die Erwachsenen nahmen ihrerseits ihre Körbchen und betraten die Wiese.

Da keines der Kinder bisher auch nur ein Ei gefunden hatte, waren sie vorsichtig, damit sie nicht ausversehen auf eines traten, während sie die üblichen Verstecke absuchten, die die Kinder nicht so leicht erreichen konnten. Aber auch bei den Erwachsenen stellte sich kein Erfolg ein. Egal wo sie suchten, egal wie sehr sie sich auch anstrengten, sie fanden nicht ein Ei.

Unmut machte sich breit unter den Suchenden. Das hatte es noch nie gegeben, dass es am Ostersonntag keine Eier auf dieser Wiese gab. Hatte der Osterhase sie etwa vergessen? Schnell wurde das gemurmel der Menschen lauter und es kam die Frage auf, ob man sich vielleicht im Datum geirrt hatte, schließlich war Ostern nicht immer am selben Tag.

Diesen Zweifel räumte der Pastor jedoch sofort aus. Heute war Ostersonntag, dessen war er sich absolut sicher. Es gab gar keinen Zweifel am Datum. Der Vatikan hatte ihnen das Datum mitgeteilt. Immerhin war Ostern das höchste Fest der katholischen Religion.

Aber wo waren dann die Eier?

Auf diese Frage wusste der Geistliche keine Antwort. Die Stimme drohte zu kippen, als die ersten Kinder bereits zu weinen anfingen.

“Wo verdammt nochmal sind diese Eier?”

fragte Timmys Vater und sah sich um. Er hatte gerade die Baumhöhle durchsucht, die eigentlich jedes Jahr ein Garant war für zumindest mal zwei bis drei Eier, aber dieses Jahr war sie leer. Einige Meter weiter zog gerade Viviennes Mutter ihren Arm aus einem der Brombeersträucher, natürlich war auch ihr Versuch, ein Ei zu finden, erfolglos geblieben.

“Ich weiß es nicht, aber hier sind sie definitiv nicht.”

gab sie zurück und zog sich einige der Dornen aus der Hand. Beide schüttelten den Kopf und sahen zu Geoffreys Vater, der gerade seinen Sohn hochhob, so dass dieser in eines der Nester im Kastanienbaum sehen konnte.

“Hier sind auch keine, Papa…”

war die ernüchternde Aussage des kleinen Geoffrey, dessen Augen sich bereits röteten.

“Es tut mir leid, mein Sohn, anscheinend hat der Osterhase uns dieses Jahr vergessen.”

versuchte sein Vater ihn zu beruhigen, während er ihn wieder auf den Boden setzte. Geoffrey stampfte auf den Boden auf und zertrat dabei eine der Osterglocken.

“Das ist unfair! Ich war brav, das ganze Jahr, ich habe sogar der blöden Dörte nicht an den Haaren gezogen, obwohl sie doof war! Ich will meine Ostereier. Ich will meinen Osterhasen. Ich will…”

schrie er lauthals und fing an zu weinen, bevor er sich auf den Boden warf und mit Armen und Beinen strampelte. Sein Vater beugte sich zu ihm hinunter und versuchte ihn zu beruhigen und hochzunehmen, aber Geoffrey stieß seine Hände jedes mal weg und schrie nur umso lauter, je mehr sein Vater versuchte ihn zu beruhigen.

Es war eine Szene, die sich überall auf der Wiese wiederholte, als Eltern versuchten, ihre Kinder zu beruhigen. Die Erwachsenen wussten schon, dass es Dinge im Leben gab, die man nicht beeinflussen konnte, aber auch sie waren einigermaßen überrascht, dass es keine Eier gab. Das war tatsächlich noch nie geschehen.

Einige der Eltern wandten sich an den Pastor und fragten den Geistlichen, ob er wüsste, warum der Osterhase sie vergessen hatte.

“Ich kann es Euch wirklich nicht sagen. Mir sind keine Sünden dieser Gemeinde bekannt, die diesen Umstand erklären könnten. Natürlich kann ich nur von den Sünden sprechen, die mir auch in der Beichte zugetragen wurden.”

antwortete er und sah in die Runde. Seine Gemeinde war recht gläubig, und fast jeden Sonntag saß jemand zusammen mit ihm im Beichtstuhl und gestand seine Sünden. Aber tatsächlich waren all die gebeichteten Sünden eher kleine, völlig harmlose Vergehen gewesen. Nichts, was nicht wirklich mit einer ernstgemeinten Entschuldigung aus der Welt geschafft werden konnte. Er konnte sich wirklich nicht erklären, warum sie keine Eier fanden. In den fast vierzig Jahren, die er bereits Pastor in dieser Gemeinde war, hatte es das noch nie gegeben. Nicht einmal siebenundsechzig, als Ostern im Schnee zu versinken drohte. In diesem Jahr waren die meisten Eier recht einfach zu finden gewesen, da die leuchtenden Farben sich so stark vom Schnee abgehoben hatten.

Aber nicht heute, das Wetter war schön, es war -wie es so schön heißt- Kaiserwetter, und trotzdem waren keine Eier zu finden.

Sie wollten gerade alle zurückrufen und die Suche als beendet erklären, als von ganz weit hinten am anderen Ende der Wiese ein schriller Schrei ertönte. Eines der Kinder schien etwas gefunden zu haben. Der Ton des Schreis verhieß nichts Gutes und so eilten die Erwachsenen schnell zu dem Kind. Sie befürchteten, dass das Kind ein totes Kaninchen oder etwas vergleichbares gefunden hatte. Als sie endlich bei dem Kind waren, kauerte es am Boden und hielt etwas in der Hand. Es war auf den ersten Blick nicht ganz zu erkennen, was es war, aber es wand sich im Griff des Kindes.

“Was hast du da?”

Fragte Janines Vater und griff nach der Hand des Kindes. Das Mädchen ließ sich das schlecht bemalte Ei aus der Hand nehmen. Es war viel zu klein für ein gewöhnliches Hühner-Ei und es war fleckig rot gefärbt worden. Der Erwachsene sah sich das Ei an und sah dann unter den Busch, wo das Kind es gefunden hatte.

Dort, zusammengekauert und an den Stamm des Busches gedrückt, saß ein kleines, grünes Wesen. Es sah seltsam aus, fast wie eine Eidechse, aber es hatte Flügel, und es trug ein winziges Körbchen bei sich und einen dieser lächerlichen Haarreifen mit Hasenohren, er war rosa.

“Was zum…?”

Murmelte Janines Vater und griff nach dem Lebewesen. Es quäkte laut auf, wehrte sich aber nicht weiter, als er es unter dem Busch hervor zog. Erst jetzt bemerkte er, dass dieses kleine Wesen erstaunlich nah an den traditionellen Bildern war, die einen Drachen darstellten, nur deutlich kleiner. Regelrecht winzig.

Es wand sich in seinem Griff hin und her und quäkte weiter.

“Was zum… was ist das?”

fragte er laut und die anderen sahen interessiert und geschockt auf das kleine Tier herab.

Vorsichtig drehte er es zu sich um, und war sich sicher, dass was er in seinen Händen hielt, war ein Drache. Das kleine Reptil sah ihn mit aufgerissenen Augen an und quäkte abermals. Sein Atem ging schnell und es sah sich um. Konfrontiert mit so vielen Menschen, schluckte er und sein kleines Mäulchen bewegte sich ein paar Mal wortlos.

“Dr… Dra… Drache…”

stotterte das kleine geflügelte Reptil schließlich und legte seine kleinen, klauenbewehrten Pfoten auf die Finger von Janines Vater. Dieser sah ihn ungläubig an.

“Du… du kannst sprechen?!”

Es war weniger eine Frage, als vielmehr eine Feststellung und der Erwachsene sah sich nach den anderen Eltern um, so als bräuchte er eine Bestätigung für das, was er gerade gehört und gesagt hatte. Der kleine Drache nickte, seine Augen sahen flehentlich zu dem Menschen auf, der ihn in seinen Händen hielt.

“Es… war ein Unfall… ein Versehen…”

begann der Drache in seiner kleinen, fiepsigen Stimme. Die Erwachsenen sahen in fragen an.

“Was war ein Unfall? Warum versteckst du hier die Eier? Wo ist der Osterhase?”

fragte Janines Vater und eine gewisse Unsicherheit machte sich in seiner Stimme bemerkbar. Der kleine Drache sah ihn an und seine Lippen begannen zu zittern. Ein Wimmern entwich dem kleinen Drachen und er sah sich unsicher um.

“Es… es war ein Unfall… ehrlich… ich habe es nicht gewusst.”

begann er von neuem und krallte seinen kleinen Pfoten fester um die Finger von Janines Vater. Ein leises Quäken entfuhr dem Drachen und sein Schwanz zuckte nervös hin und her.

“Hätte ich es gewusst… es tut mir so leid… es war keine Absicht… Ich hab das nicht gewollt…”

fuhr er fort und wurde immer aufgewühlter während er sprach. Die Erwachsenen um Janines Vater wurden unruhig. Einer fragte etwas schärfer, als er es eigentlich wollte.

“Was ist passiert? Was tut dir leid?”

Der kleine Kopf des Drachen zuckte herum, um den Ankläger anzusehen, und jetzt brach das kleine Reptil in Tränen aus. Er wimmerte jämmerlich.

“Ich… ich hab… ich habe den Hasen gefressen… ich habe es… es nicht gewusst… er war so flauschig… und er hat so gut geschmeckt… erst als ich die Eier gesehen habe… es tut mir sooo leid…”

jammerte er und vergoss dicke Tränen. Die Erwachsenen keuchten und Janines Vater sah ungläubig auf den kleinen Drachen hinunter.

“Du… Du hast den Osterhasen gefressen?”

fragte er, dummerweise laut genug, dass einige der Kinder es mitbekamen und natürlich lauthals anfingen zu schreien. Der kleine Drache zog den Kopf ein, nickte aber.

“Es war nicht meine Absicht… ich versuche es wieder gut zu machen… es tut mir leid… ich hab es nicht gewollt…”

Seine Stimme zitterte so stark wie der ganze Drache, dessen Schwanz nun vor Angst und Anspannung hin und her peitschte. Er ordnete seine kleinen Flügel unsicher und seine kleinen Krallen drohten die Haut an den Fingern von Janines Vater zu durchdringen.

Während einige der Erwachsenen versuchten, die Kinder wieder zu beruhigen, die sich gerade in einen Zusammenbruch hinein steigerten, versuchten die Erwachsenen, die bei Janines Vater geblieben waren, eine Lösung zu finden.

“Aber wie konnte das passieren?”

fragte Janines Vater fassungslos… Waren Drachen nicht Fabelwesen? Wie der Osterhase? Konnten Fabelwesen überhaupt sterben?

Der kleine Drachen war völlig aufgelöst.

“Ich hatte Hunger…”

gab er kleinlaut zu und tippte seine kleinen Finger aneinander. Er schniefte und sah zu Janines Vater auf. Dieser schüttelte den Kopf. Es war alles so surreal.

“Was machen wir jetzt?”

fragte er mehr sich selbst als irgendwen sonst. Die Erwachsenen, die um ihn herum versammelt waren, sahen den kleinen Drachen erwartungsvoll an und dieser klappte sein kleines Mäulchen auf und wieder zu.

Er hatte keinen Plan. Es war ihm von Anfang an klar gewesen, dass er mit den paar Eiern, die er irgendwo stibitzt hatte und notdürftig mit Farbe bekleckert hatte, nie und nimmer den Osterhasen hatte ersetzen können. Auch war ihm klar gewesen, dass die aus der Not geborenen Idee mit den Hasenohren ihn nicht als solchen hatte tarnen können, aber was hätte er denn tun sollen? Nichts? Es einfach unter den Teppich kehren?

Langsam legte er die kleinen Pfoten wieder auf die Finger von Janines Vater und senkte seinen Kopf.

“Ich… weiß es nicht…”

Er klang völlig niedergeschlagen und begann wieder zu zittern. Langsam sah er von unten aus den Augenwinkeln zu den Erwachsenen auf.

“Es… es tut mir leid…”

Seufzte der kleine Drache und ließ den Kopf wieder hängen. Janines Vater setzte ihn auf dem Boden ab und streichelte ihm über den Kopf bevor er sich zu den anderen umdrehte. Er ließ seinen Blick über die Wiese schweifen und all das Chaos und die verunsicherten und enttäuschten Gesichter. Er presste die Lippen zusammen. Wem sollte er nun die Schuld geben? Einem kleinen Drachen, der seiner Natur folgte und einen Hasen gefressen hatte? Einer Gesellschaft, die nie hinterfragt hatte, wo die Eier herkamen und ob sich das je ändern würde?

Sie würden sich eine andere Lösung einfallen lassen müssen, der kleine Drache würde das nie schaffen. Er sah zu dem Vater, der neben ihm stand und danach nochmals zu dem kleinen Drachen, der wie ein Häufchen Elend zu seinen Füßen kauerte.

“Wir werden die Suche für Heute abblasen… Dann werden wir Eier färben… und sie heute Nacht hier verstecken… Morgen früh werden wir suchen… Der Osterdrache hat sich einfach ein wenig verspätet…”

Murmelte er und sah den Mann neben sich an.

“Deine Frau ist gut an der Nähmaschine, oder?”

Der Mann nickte.

“Wir werden ein Kostüm brauchen…”

Murmelte Janines Vater und beide sahen nach unten, wo der Drache verlegen zu ihnen hinauf lächelte.

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