Die Welt des goldenen Mondes - Band 2 - Kapitel 14: Das Amulett des Bergdrachen Alossakosseros

Story by Meister Fuchs on SoFurry

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Hallihallo an alle! :)

Willkommen zum 14. Kapitel des zweiten Bandes meiner Story-Reihe über Reiga und seine Rasselbande an Wölfen (+2 Menschen). Für gewöhnlich reicht mein übliches Blabla als Vorwort, doch dieses Mal möchte ich noch zusätzlich etwas sagen, bzw schreiben: In diesem Kapitel ist nämlich etwas versteckt… und zwar ein Hinweis. Worauf? Wer weiß. Macht euch selbst eure Gedanken dazu und sucht danach. Vielleicht kommt ja jemand drauf. Mit dem nächsten Kapitel werde ich es dann auflösen.

Nur schnell das übliche Blabla: Wie immer sind alle Figuren und Inhalte der Geschichte meiner Fantasie entsprungen und daher sind eventuelle Übereinstimmungen reiner Zufall. Für Kommentare, Favs und Sterne bin ich natürlich immer Dankbar und sollte euch etwas besonders gut gefallen haben oder eventuell gar nicht, dann zögert nicht es mir zu sagen. Außerdem würde ich mich über eine kleine Spende sehr freuen: http://ko-fi.com/A61177Q :D

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!

Viele liebe Grüße von eurem Meister Fuchs :3


Kapitel 14: Das Amulett des Bergdrachen Alossakosseros

Kiba konnte es kaum glauben. Auf sein Bitten hin ging Reiga runter in die Hocke, sodass der Wolf das Amulett und den roten Edelstein genauer begutachten konnte. „Was ist so besonders daran?“, hakte Reiga dabei verwundert nach. Der Wolf erklärte: „Feuerrubine gehören zu den wertvollsten Edelsteinen des Universums, weil sie nur von den Drachen hergestellt werden können. Diese Steine sind dazu in der Lage eine gewaltige Menge an magischer Energie zu speichern. Das Besondere an ihnen ist jedoch, dass sie Drachenfeuer erzeugen können.“ „Ja das ist korrekt“, sprach der Drache plötzlich und fügte hinzu: „Im Inneren des Rubins ist eine Drachenflamme eingeschlossen und damit konserviert. Solange der Rubin magische Energie besitzt, brennt die Flamme weiter. Ein Magier kann diese Flamme nutzen, um Drachenfeuer außerhalb des Rubins zu erzeugen und es zum Beispiel als Waffe zu nutzen.“

„Ich soll das Amulett also im Kampf gegen die Aschkoog benutzen?“, erkundigte sich Reiga und sah dabei zu Alos rauf. Der Drache antwortete nickend: „Das Feuer eines Drachen kann jegliche Substanz schmelzen und vernichten. Die Flammen verbrennen sogar Zauber und magische Gegenstände. Kein Schild oder Schutzzauber kann sie aufhalten, ganz egal wie mächtig diese sind. Wenn du überhaupt eine Chance gegen die Aschkoog haben willst, dann kannst du auf das Drachenfeuer nicht verzichten. Ich habe die letzten tausend Jahre damit verbracht, so viel magische Energie in dem Rubin anzusammeln, wie ich konnte. Du kannst sie nutzen, um mächtige Zauber anzuwenden, doch sei vorsichtig. Wenn du die Energie nicht kontrollieren kannst, kann sie dich und alles in deiner Umgebung vernichten. Würde der Rubin jetzt explodieren, würde diese Explosion die gesamte Galaxie auslöschen. Nutze ihn also mit Bedacht.“

Etwas erstaunt nickte Reiga nur, fragte aber nach ein paar Sekunden: „Um welchen Gefallen wolltest du mich eigentlich bitten?“ Der Drache machte es sich etwas bequemer, in dem er sich auf die Seite legte und erklärte schließlich: „Vor etwa eintausend eurer Jahre war mein Volk schon durch die Menschen stark dezimiert. Es gab nur noch 25 von uns. Natürlich wussten wir, dass es mit uns zu Ende ging, daher schmiedeten wir einen Plan, um dem letzten Lougarou zu helfen und gleichzeitig das Überleben unserer Art zu sichern. Wir schufen das Amulett und den Feuerrubin. Die 12 Paare zeugten 12 Dracheneier, die wir alle samt im Amulett einbetteten. Ich, als einziger ohne Partnerin, wurde dazu bestimmt das Amulett zu schützen und dem letzten Lougarou zu übergeben.“

Reiga begutachtete nochmal das Amulett. „Also sind diese 12 grauen Steine Dracheneier?“, hakte er erstaunt nach. Alos antwortete nickend: „Korrekt. Sie wurden mittels Magie in Edelsteine verwandelt und im Amulett eingeschlossen. Solange die Drachenflamme im Rubin brennt, bleiben sie am Leben. Der Zauber, um sie freizusetzen, steht auf der Rückseite des Amulettes geschrieben.“ Reiga drehte das Amulett um und sah sich den kleinen Text an. Kiba stellte jedoch verwundert fest: „Ich sehe da gar keinen Zauber.“ Der Drache erwiderte direkt: „Ich auch nicht. Wir haben es extra so eingerichtet, dass nur ein Lougarou ihn sehen kann. Eine Vorsichtsmaßnahme, falls das Amulett in falsche Hände gerät.“ „Vorsicht ist besser als Nachsicht“, fügte Reiga grinsend mit ein, was Alos und Kiba nur benickten.

Nach einigen schweigsamen Sekunden sprach der Drache: „Das sind übrigens nicht die einzigen Dinge, die wir dem Amulett hinzugefügt haben. Um dem Lougarou zu helfen, war unserer Meinung nach mehr nötig. Wie bereits erwähnt, besitzt das Drachenfeuer die Eigenschaft selbst die mächtigsten Zauber zu verbrennen und damit aufzulösen. Wir haben diese Eigenschaft auf das Amulett übertragen. Sein Träger ist damit gegen feindliche Zauber geschützt. Ich sagte dir doch, dass es noch unzählige Wege gäbe, dich zu vernichten, Lougarou. Wenn du das Amulett trägst, kannst du davon nochmal einige abziehen.“ Reiga starrte den Drachen geschockt an, denn damit hatte er nun wirklich nicht gerechnet. Das Amulett war damit in der Tat sehr hilfreich.

Während er sich vor dem Drachen verbeugte, sagte Reiga: „Ich danke dir und deinem Volk. Das wird mir auf jeden Fall eine große Hilfe sein und ich schwöre dir, dass ich die Eier beschützen werde. Sobald ich die Aschkoog vernichtet habe, wird dein Volk wieder auferstehen.“ Der Drache war davon sichtlich erfreut, musste aber noch etwas klarstellen: „Das freut mich zu hören, aber das war noch nicht wirklich das, worum ich dich bitten wollte.“ Der Lougarou sah überrascht auf und fragte: „Nicht? Was möchtest du dann von mir?“ Nachdem sich Reiga wieder erhoben hatte und den Drachen wartend ansah, erklärte Alos: „Wenn du die Eier freigesetzt hast, werden sie schon wenige Tage danach schlüpfen. Ich muss dich darum bitten, sie aufzuziehen und dir gleichzeitig eine Warnung damit geben.“

Reigas Gesicht zeigte so viel Überraschung wie auch Verwirrung. Alos hingegen sprach einfach weiter: „Junge Drachen sind wie eine entfesselte Naturgewalt. Wenn sie niemand kontrolliert, der Stärker ist als sie, werden sie unberechenbar und können extrem gefährlich sein. Das Wichtigste, was ein Drache als erstes lernen muss, ist Selbstbeherrschung. Unsere Art beherrscht das Feuer von Geburt an, doch uns selbst zu beherrschen müssen wir erst lernen. Ein Drache, der sich nicht beherrschen kann, verliert irgendwann den Verstand und damit die Kontrolle über sein Feuer. Die Flamme, die in uns brennt, wird nur durch unsere Willenskraft unterdrückt. Verlieren wir die Kontrolle darüber, verbrennen wir von innen heraus. Je nachdem wie stark die Magie des Drachen zu diesem Zeitpunkt schon ist, kann es passieren, dass der ganze Planet dabei mit verbrennt.“

Natürlich blickte der Drache nun in ziemlich geschockte Gesichter und dabei nicht nur in das von Reiga und Kiba. Auch alle anderen sahen so aus, als ob sie einen Geist gesehen hätten. Alos erwiderte darauf: „Ich habe schon lange den Himmel nicht mehr gesehen und werde es auch sicherlich nicht mehr, also seid bitte so nett und schaut für mich mal bei Gelegenheit nach der Sonne und bedauert diesen Einen meiner Vorfahren, der dort oben noch immer brennt.“ Jetzt klappte Reiga und seinem Rudel auch noch das Kinn runter. Thomas konnte sich nicht mehr zurückhalten, es platzte einfach aus ihm heraus: „DIE SONNE IST EIN DRACHE?!“ Alos schaute zu ihm rüber und knurrte kurz, antwortete dann aber doch: „Mein Volk besaß eine uralte Legende. Es hieß darin, dass all die Sonnen des Universums dadurch entstanden sind, dass Drachen die Kontrolle über ihr Feuer verloren hatten.“

„Das ist echt heftig“, stellte Reiga schließlich fest und musste sich dabei erstmal setzen. Sie brauchten alle ein paar Minuten, um diesen Schock zu verdauen. Nach einer kleinen Weile sah der Lougarou wieder zum Drachen auf und fragte: „Ich soll sie also unter Kontrolle halten und ihnen Selbstbeherrschung beibringen?“ Alos nickte, fügte jedoch hinzu: „Für den Anfang, ja. Natürlich erwarten wir von dir nicht, dass du 12 Drachen großziehst und ihnen Dinge beibringst, was nur ein erwachsener Drache könnte. Du bist nun mal kein Drache, also sind deine Möglichkeiten sehr begrenzt. Verschaffe dir von Anfang an Respekt. Sie müssen dich als Anführer akzeptieren, dann kommt die Kontrolle von allein. Am einfachsten geht das, indem du ihnen „dein“ Drachenfeuer vorführst, wenn sie noch sehr jung sind. Das ist ebenfalls ein Grund, warum du einen Feuerrubin von uns bekommst.“

„Das kann ja was werden“, meinte Reiga daraufhin und überlegte kurz. „Was soll ich machen, wenn es schiefgeht?“, erkundigte er sich schließlich. Alos antwortete: „Das wird es nicht. Deine Macht als Lougarou wird schon allein ausreichen, damit sie dich respektieren. Das Vorführen des Drachenfeuers dient nur dazu, dass sie dich als Vaterersatz akzeptieren. Das würden sie nicht, wenn du nicht dieselbe Fähigkeit hättest, wie sie. Außerdem sollst du sie natürlich nicht für immer unter Kontrolle halten. Es dauert etwa drei Kailos, bis sie Nachkommen zeugen können und damit erwachsen sind, aber auch davor werden sie keine Monster sein. Gelegentlich frech, oft verspielt und sicherlich auch mal dickköpfig, aber ansonsten kann ich nicht vorhersagen wie sich ihr Charakter entwickeln wird. Merke dir nur, wir Drachen sind nicht von Natur aus Bestien.“

Reiga erwiderte: „Es werden einfach Kinder sein. Das ist mir schon klar. Wie sie sich entwickeln, hängt dann von ihrem Vorbild ab. Also von mir.“ Der Drache nickte nur wortlos. Reiga atmete einmal kräftig durch und stöhnte dabei etwas genervt: „Jetzt bin ich schon Verantwortlich für einen jungen Menschen, eine Wölfin erwartet von mir Welpen und nun kommen noch 12 Drachenkinder dazu. Es fehlen nur noch Füchse, dann wäre die Sammlung komplett. Hätte mir das jemand vor einem Jahr vorhergesagt, hätte ich ihn sofort für verrückt erklärt.“ Eine Weile lang sagte keiner ein Wort. Es vergingen etwa drei stille Minuten, bis Reiga etwas in den Sinn kam. Entgeistert fragte er: „Es dauert drei Kailos bis sie erwachsen sind? Also 3000 Monde? Das sind doch mindestens 200 Jahre?!“ „230“, erwiderte Kiba nur knapp. Reiga schaute kurz zu ihm runter, aber dann direkt wieder rauf zu Alos. Der Drache nickte nur.

Reiga meckerte geschockt: „Wie soll ich bitte zwölf Drachen 230 Jahre lang beaufsichtigen?! Egal ob unsterblich oder nicht, ich kann mich doch nicht aufteilen!“ Alos lachte, denn darauf hatte er schon gewartet. Auf den verwunderten Blick von Reiga, erklärte er: „Natürlich musst du sie nicht bis sie erwachsen sind, pausenlos beaufsichtigen. Wie schon gesagt, bist du kein Drache, also erwartet das auch keiner von dir. Wir Drachen behalten unsere Jungen außerdem nicht solange bei uns, bis sie erwachsen sind. Sobald sie gelernt haben sich selbst zu beherrschen und sowohl fliegen können, als auch wissen wie sie mit ihrem Feuer umzugehen haben, können sie für sich selbst sorgen. Das dauert maximal 800 Monde. Du musst sie nur in den ersten 100 Monden nach dem Schlüpfen bei dir behalten, weil sie in der Zeit wirklich noch darauf angewiesen sind, dass sie jemand versorgt.“

„Das sind trotzdem ziemlich lange Zeiten. Ich hätte nicht gedacht, dass sich Drachen so langsam entwickeln“, meinte Reiga, worauf Alos nur knurrte. „Sorry, war nicht als Beleidigung gedacht“, konterte Reiga schnell. „Schon gut, denn im Vergleich zu anderen Lebewesen ist das korrekt. Allerdings darfst du dabei nicht vergessen, dass wir auch deutlich länger leben. Für uns vergeht die Zeit nun mal anders. Wir können zwar erst 50 Monde nach dem Schlüpfen laufen, werden dafür aber auch bis zu 100 Kailos, also 100.000 Monde, alt“, entgegnete der Drache schließlich. Reiga strich sich mit der Hand durch seine schwarzen Haare und ließ erstmal alles sacken. „So langsam bekomme ich Kopfschmerzen“, murmelte er dabei vor sich hin.

Nachdem er ein paar Mal durchgeatmet hatte, fragte Reiga: „Okay. Nochmal zum Mitschreiben – was genau möchtest du von mir?“ Der Drache antwortete: „Wir gehen mal davon aus, dass du die Aschkoog endgültig vernichtet hast und deine Wölfe auf ihren Heimatplaneten zurückgebracht hast. Wenn also das alles geklappt hat, aktiviere den Zauber des Amulettes und setze die Eier frei. Sie schlüpfen nach ein paar Tagen. In den ersten 100 Monden werden sie sehr anhänglich sein und deine Hilfe brauchen. Bringe ihnen bei, was Mitgefühl, Liebe und natürlich Selbstbeherrschung ist. Im Prinzip ist es wie auch bei Welpen der Wölfe oder sogar der Menschen. Wie du schon sagst, es sind Kinder, also behandele sie auch so. Wenn einer von ihnen beginnt sein Feuer zu nutzen, demonstriere ihnen wie man es richtigmacht, indem du dein eigenes vorführst. Dadurch wirst du von ihnen vollkommen akzeptiert.“

„Werden sie sich nicht wundern, dass ich kein Drache bin und dass ich das Amulett dafür benutze?“, erkundigte sich Reiga plötzlich. Alos antwortete: „Natürlich werden sie das bemerken, aber solange du dich wie ihr Vater verhältst, werden sie nicht weiter darüber nachdenken. Wenn sie es irgendwann verstehen, werden sie selbst danach fragen. Sag ihnen dann einfach die Wahrheit. Für sie ändert sich dadurch nichts. Sie werden dich immer als Vaterfigur betrachten, das ist reiner Instinkt.“ Nun konnte sich Marie auch nicht mehr zurückhalten und sprach: „Das nennt man glaub ich Erstprägung. Viele Lebewesen sehen das als ihre Eltern an, was sie nach der Geburt zuerst sehen.“ Kiba fügte mit ein: „Ist bei uns Wölfen auch nicht anders.“

Reiga nickte nur und auf sein Bitten hin erzählte Alos weiter: „Irgendwann werden sie natürlich anfangen ihre Flügel zu nutzen. Nutze deine Magie und fliege mit ihnen, bis sie genügend Übung und Selbstvertrauen haben, um es allein zu schaffen. Wahrscheinlich musst du es jedem einzeln beibringen, sodass du notfalls reagieren kannst, wenn sie doch fallen. Auch dafür wird sich deine magische Kraft als hilfreich erweisen. Im Grunde genommen werden sie sich vieles selbst beibringen oder instinktiv lernen. Du musst nur darauf achten, dass es nicht in falsche Bahnen läuft und wie sich ihr Charakter entwickelt. Demut ist wichtig, da sie vor Arroganz und Übermut schützt. Ebenso ist natürlich Mitgefühl und Respekt vor allem Lebendigem wichtig. Also die ganzen Grundwerte.“

Reiga schnaubte genervt. Je mehr der Drache erzählte, desto mehr war er davon überzeugt, dass er damit nicht umgehen konnte. Bei Taki und den Welpen, die er ihr geschenkt hatte, konnte er sich noch damit beruhigen, dass sie in einem Rudel aufwachsen würden. Nun ging es aber um zwölf Drachen, die alle samt von ihm abhängig wären. Noch mehr Verantwortung. Noch mehr Druck, den Reiga auf seinen Schultern spürte. Als er bemerkte, dass Alos nichts sagte, sah er verwundert auf. Der Drache schaute ihn nur wartend an. Nach ein paar Sekunden verstand Reiga es und sprach: „Entschuldige, ich war kurz in Gedanken versunken und um ehrlich zu sein, weil ich nicht glaube, dass ich das schaffe. Versteh mich nicht falsch, ich würde dir und deinem Volk nur zu gerne helfen, aber es wird mir alles zu viel. Ich glaube nicht, dass ich diese Drachen auf den richtigen Weg führen kann. Ich weiß ja nicht mal, ob ich die Aschkoog besiegen kann.“

Der Drache wirkte nicht wirklich überrascht und erwiderte darauf: „Ich bin erleichtert, dass du das so siehst.“ Auf den verwunderten Blick von Reiga, erklärte Alos: „Wer würde sich sowas schon zutrauen? Wer würde von Anfang an ohne jeden Zweifel zu sowas ja sagen? Die Antwort ist: Nur ein Idiot. Natürlich verlange ich es nicht von dir. Natürlich erwartet es keiner von dir und schon gar nicht fehlerfrei. Doch um was ich dich bitten will und muss, ist ein Versuch. Versuche es zu schaffen. Versuche diese Herausforderung zu bestehen denn, wenn du es nicht mal versuchst, bist du daran schon gescheitert. Die schwierigsten Hürden im Leben sind nicht die Hürden, sondern, dass wir uns ihnen überhaupt stellen und es zumindest versuchen.“ Reiga musste natürlich zugeben, dass das stimmte, aber dennoch hatte er Zweifel.

Nach ein paar Sekunden sprach Alos weiter: „Lass mich dir eine Frage stellen. Was glaubst du, was in nächster Zeit geschieht?“ Reiga sah zu ihm auf und antwortete: „Keine Ahnung. Wahrscheinlich werde ich erstmal das Schwert suchen, danach die Aschkoog bekämpfen und vorausgesetzt ich gewinne, dann werde ich wohl die Wölfe auf einen anderen Planeten bringen.“ Der Drache nickte und konterte dabei: „Und dann? Nehmen wir an, dass alles geschieht in den nächsten 100 Monden, was machst du dann in 200 Monden? Es stimmt, dass es noch unzählige Wege gibt dich zu vernichten, aber was, wenn du am Leben bleibst?“ „Keine Ahnung. Worauf willst du hinaus?“, fragte Reiga. Alos antwortete: „Ich habe dich nicht darum gebeten, die Drachen jetzt sofort großzuziehen. Auch nicht morgen oder übermorgen.“

„Ja und?“, hakte der Lougarou etwas genervt nach, worauf der Drache erklärte: „Damit will ich sagen, dass du sie nicht sofort aufziehen musst. Die Eier bleiben solange am Leben, wie das Amulett magische Energie hat. Also könntest du sie auch erst in 100 Jahren schlüpfen lassen, wenn du das willst. Du darfst diese Aufgabe nicht mit deinem heutigen Wissen oder deinen heutigen Fähigkeiten beurteilen. Lass sie schlüpfen, wann immer du dazu bereit bist. Worum ich dich nur bitte ist, es wenigstens zu versuchen. Dieses Amulett ist die Chance für mein Volk wiedergeboren zu werden. Alles was du dafür machen musst, ist uns diese Chance irgendwann zu geben.“ Reiga war etwas überrumpelt. Der Drache hatte recht. Er hatte das Ganze mit seinem heutigen Verstand beurteilt und nicht daran gedacht, dass es nicht um heute ging.

„Okay. Ich werde es versuchen“, murmelte Reiga plötzlich. Alle samt sahen sie ihn erstaunt an, doch Reiga sah nur zum Drachen auf und bestätigte seine Zusage nochmal etwas lauter und mit klaren Worten: „Einverstanden. Ich werde es machen. Ich werde deinem Volk seine zweite Chance geben.“ Alos schaute in Reigas Augen. Was er sehen wollte, sah er nun. Keinerlei Unsicherheit. Reiga war dazu entschlossen und mehr wollte der Drache nicht: „Das ist alles, was ich hören wollte. Vielen Dank.“ „Es ist mir eine Ehre und ebenso eine Freude. Ich kann dir nicht versprechen, dass ich es schaffe, aber ich kann dir versprechen, dass ich mein Bestes geben werde“, erwiderte der Lougarou darauf und legte sich dabei die goldene Kette mit samt dem Amulett um den Hals.

Plötzlich spürte Reiga eine unbeschreibliche Wärme durch seinen Körper ziehen. Es war keine Zufriedenheit oder Wohlbefinden, sondern nur reine Hitze. Reine Energie. Reines Feuer. Erstaunt versuchte er damit umzugehen und sie zu kontrollieren. Er konnte spüren, wie die Hitze in ihm floss und wie er sie lenken konnte, wohin er wollte. Reiga hob seine rechte Faust und ließ die Wärme sich in ihr ansammeln. Als er es kaum noch aushalten konnte, öffnete er seine Hand und plötzlich flammte ein kleines Feuer etwa einen Zentimeter über seiner Handfläche auf. „Cool“, gab Reiga nur von sich und grinste dabei etwas. Sein ganzes Rudel war beim Aufflammen etwas zurückgeschreckt und selbst Alos schien davon überrascht zu sein.

„Das ist also Drachenfeuer? Sieht wie normales Feuer aus“, stellte Thomas etwas enttäuscht fest, doch Kiba konterte: „Nein, ich glaube das ist nur normales Feuer.“ Reiga ließ die Flamme verlöschen und warf danach Alos einen fragenden Blick zu, worauf der Drache nickend antwortete: „Der Wolf hat recht. Das war gewöhnliches Feuer. Das hättest du mit etwas Übung auch ohne das Amulett gekonnt. Um Drachenfeuer zu erzeugen, musst du die magische Energie in dir ansammeln und sie in das Amulett leiten. Danach entziehst du sie wieder und lässt sie außerhalb deines Körpers ein Feuer entfachen. Leite sie dabei aber nicht in deinen Körper zurück, sonst verbrennst du innerlich. Die Magie des Drachenfeuers kann nur vom Körper eines Drachen verkraftet werden. Deswegen können auch nur wir dieses Feuer erzeugen.“

Marie fragte neugierig: „Warum? Ich meine, ich verstehe was du sagen willst, aber mich würde interessieren warum. Was ist so gefährlich an dieser Art von Energie?“ Der Drache sah zu Marie rüber und entdeckte das Zeichen auf ihrer Stirn. Er knurrte diesmal aber nicht. Als Marie seinen Blick bemerkte, wich sie nicht zurück. Sie hatte die Schnauze voll davon, ständig Ablehnung zu ernten und das nur, weil sie ein Mensch war. Mit einer offenen Haltung und Mut in den Augen hielt sie so nun seinem Blick stand. „Es ist lange her, dass ich dieses Zeichen gesehen habe. Scheinbar haben die Wölfe immer noch nichts aus der Vergangenheit gelernt und um deine Frage zu beantworten Mensch, das Gefährliche ist die hohe Konzentration der Energie. Magische Energie ist immer und überall um uns, aber nur in geringer Dichte. Um Zauber zu wirken, sammelt man sie in sich an und konzentriert sie dabei.“

In Marie entfaltete sich eine leichte Begeisterung. Sie interessierte das Thema ungemein. Außerdem genoss sie es, dass dieser Drache sie nicht mehr anknurrte oder gar versuchte zu töten. Neugierig erwiderte sie daher: „Die Energie des Drachenfeuers ist also von so hoher Dichte, dass nur ein Drache damit umgehen kann, weil er damit geboren wird und somit daran gewöhnt ist. Ihr seid praktisch die Naturtalente im Umgang mit Magie oder?“ Alos entgegnete grinsend: „Das ist korrekt. Es heißt, dass wir Drachen auch die Ersten im Universum waren, die sich der Magie bedienten. Wir können nämlich auch den Fluss magischer Energie sehen, wenn wir es wollen. Der Lougarou erscheint für uns dann zum Beispiel wie eine Flamme. Da er durch Magie geschaffen wurde, benötigt seine bloße Existenz bereits sehr viel magische Energie, wodurch er wie ein Feuer leuchtet.“

Reiga konnte sich nicht länger zurückhalten und meckerte: „Es ist zwar schön, dass ihr zwei euch jetzt versteht, aber könntet ihr bitte trotzdem mal kurz die Klappe halten. Ich versuche hier mich zu konzentrieren und möchte nur ungern etwas falsch machen.“ Marie und Alos sagten darauf gleichzeitig: „Verzeihung.“ Nachdem das erledigt war, widmete Reiga sich wieder seinem kleinen Experiment. Wie der Drache es ihm beschrieben hatte, so sammelte er nun die Energie in seinem Inneren und ließ sie danach in das Amulett fließen. Danach versuchte er sie wieder herauszuziehen, um sie über seiner Hand zu sammeln. Als er sich sicher war, genügend zusammenzuhaben, ließ er die Energie ein Feuer entzünden.

Thomas, Marie und die Wölfe schreckten kurz auf, als plötzlich über Reigas offener Hand eine bunte Flamme entfachte. Gelb, rot, blau, grün, lila, orange, braun und sogar weiß und schwarz konnte man darin finden. Unzählige Farben, die ineinanderflossen, dabei neue Farben bildeten und so für noch mehr Vielfalt sorgten. Das Feuer leuchtete in mehr Farben, als irgendjemand zu zählen vermochte. Wie hypnotisiert starten sie alle in das unbeschreibliche Zusammenspiel der Farben. „Das ist wunderschön“, murmelte Marie erstaunt. Auch Reiga war davon ziemlich überrascht. „Meinen Glückwunsch, junger Lougarou. Du hast es geschafft“, stellte der Drache zufrieden fest.

(c) by Meister Fuchs (Micki the Fox)


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