Scheiss auf Pandora

Story by Schneewind on SoFurry

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Furry Romance x Borderlands

Zwei Füchse versuchen dem dystopischen Pandora zu entfliehen, bis Teto in Skag Gully verloren geht. Muddo macht sich auf die Suche mit der Gewissheit, dass sie entweder zusammen zurückkommen oder gar nicht.


Für Stimmung: /watch?v=MofsDxS_wog

"Wo zur Hölle ist er?!", knurre ich eine der beiden Maliwan-Patroullien an, kurz davor zu brüllen. Die beiden zucken nur mit den Achseln und mein Gegenüber greift nach seiner Bierflasche. Ich reiße sie ihm aus der Hand und will damit ausholen. "Muddo." Die warnende, scharfe Stimme von Zed mit seinem Redneck-Akzent lässt mich innehalten. "Beruhige dich." Ich erstarre, der Inhalt der Flasche läuft meinen Ärmel hinunter. Zed entwindet sie mir und gibt sie der Streife zurück, die sie lässig an die Lippen setzt als wäre nichts gewesen.

Zed wendet sich dem anderen Patroullienmann zu und fragt ruhig: "Wo und wann habt ihr Teto zuletzt gesehen?" Sein Gegenüber schnaubt belustigt und der kalte, gleichgültige Blick lässt mich die Lefzen hochziehen. "Wer ist Teto?"

"Der Fuchs den ihr bei Scag Gully treffen solltet. Der mit euch nach Firestone kommen sollte. War unterwegs für das Atlas-Werk."

"Ist nie aufgetaucht." Der Mann bemerkt mein entblößtes Gebiss und schaut mich etwas ersnthafter an. "Wirklich nicht. Wir haben zwei Stunden gewartet."

"Den Posten gibt´s eh nicht mehr.", schaltet sich der andere ein. "Sieht aus als wäre da wer mit nem Tanker drüber gefahren."

Mein Magen verkrampft sich. Kein Posten heißt kein Wasser bei 50 Grad in der Sonne. Teto war 5 Tage in der Gegend, und ein Tag dauert 76 Stunden hier.

"Fuck", sage ich, balle die Pfoten zu Fäusten und versuche nicht laut zu knurren, weil dann immer alle, die kein Fell und spitze Ohren haben, über mich lachen. "Fuck. Wann fahrt ihr zum nächsten Mal hin."

"Die nächste Streife fährt in drei Stunden." Er grinst. "Wenn du sie nicht beißt und ihr Bier verschüttest nehmen die dich vielleicht im Laderaum mit."

Ich bin zur Tür raus, bevor er den Satz zu Ende bringt, höre Zed aber noch brummen: "Wäre nicht das erste Mal, dass einer kurz bevor er von hier abhaut in den Sand beißt." In den Sand beißen, so sagen sie das hier, weil es kein Gras gibt. Und fuck, Teto und ich waren wirklich kurz davor, von Pandora wegzukommen.

Anders als Zed, der ist einer von denen, die freiweillig auf Pandora bleiben. Weil es hier keine Gesetze gibt und er tun kann was er will, und weil er die Aussicht liebt, wie er immer scherzt. Während ich über den festgebackenen Sandboden zwischen den mobilen Moonhuts der Bewohner Firestones laufe, wandert mein Blick über das umliegende, grau-braune Gebirge und die rotglühende Ebene, die zwischen den Felswänden durch blinkt. In der Ferne sehe ich den Rumpf eines abgestürzten Sternenschiffes, dessen schwarze Spanten fast 50 Meter hoch aus dem Sand stechen wie die Rippen eines Uhrzeitmonsters. Aus dem Rest des Schiffes ist Firestone gebaut.

Es stimmt. Auf Pandora ist man tatsächlich so frei wie sonst nirgendwo. Frei, in den Ruinen einer Industrie zu wühlen, die es seit 100 Jahren nicht mehr gibt. Frei um von einem anderen Glücksjäger erschossen zu werden, frei um alleine in einem Canyon zu verdursten, unter der glühenden Sonne und den zwei Monden zu sterben oder von einem Skag gefressen zu werden.

Teto findet es tatsächlich schön. Manchmal sitzt er stundenlang auf dem Dach des Moonhuts während ihm die Sonne das Fell ausbleicht und starrt über das Gebirge zur Trashcoast, deren Dunstglocke man an manchen Tagen in der Ferne erahnen kann. Dann träumt er vor sich hin oder schwärmt von den, wie er sagt, 40 Prozent von Pandora, die noch nicht erkundet sind. Als ob es da noch etwas anderes als Raumschrott, Wüstencanyons und Monster gibt.

  • -

Der Patrouillienwagen folgt einem alten Highway, dessen rissige Fahrbahn mittlerweile für die halbe Strecke im Sand versinkt. Hinter dem umfunktionierten Kombi, der trotz seines Alters an den unbeschädigten Stellen 260 km/h erreicht, bilden sich links und rechts zwei Sandwirbel, die hinter uns her über den Wüstenplaneten fliegen und hin und wieder an spitzen Felsnasen zerplatzen.

Ich liege zusammengerollt auf der Ladefläche, neben einem alten Kühlschrank, der tatsächlich an das Boardnetz angeschlossen ist. In sein Brummen mischt sich das Zischen von Wind und Sand und die Sonne versengt mir trotz der mit Flachstahl verstärkten Heckscheibe die Schwanzspitze. Ich versuche zu schlafen, muss aber an Teto denken. Daran, wie ich ihn zum ersten Mal auf Pandora getroffen habe; ein schlanker Streifen roten Fells mit weißer Schwanzspitze, der in der Ferne zwischen den Glücksjägern, Scavengern und Arbeitern herumlief.

Nach der Zwangsverschiffung auf Pandora hatte ich keinen anderen Fuchs mehr gesehen und bekam ein ganz flaues Gefühl, als ich wieder einen meiner Art vor mir hatte. Und wie er da vor mir stand... Die schlanken Pfoten im Sand versunken und die spitzen, schwarzen Ohren in meine Richtung aufgestellt, wirkte er zwischen den Patroullien, die für mich alle aussehen wie zweibeinige Schweine in Schusswesten, so schön und zerbrechlich, als wäre es nur eine Frage von Wochen, bis die dünnen Läufe zu den ausgeblichenen Knochen würden, die man in den Canyons in der gleißenden Sonne findet.

Teto betrachtete mich mit einem ähnlichen Blick, die Schnauze vor Überaschung oder Unglauben leicht geöffnet, in den hellen Augen ein nicht zu deutender Ausdruck, den ich so noch nie bei einem Fuch gesehen habe und der bis heute unbeschreiblich ist, aber nicht unbedingt im guten Sinne.

Er hat mir nie gesagt, wie und warum er nach Pandora gekommen ist. Immer wenn wir darauf zu sprechen gekommen sind, hat er sich abgewendet und das Thema gewechselt. Vielleicht schämt er sich. Wenn ich dann davon erzähle, wie sehr ich den Wald, und den Regen und Schnee der alten Welt vermisse, schweigt er andächtig, oder er lacht seelig über meine Geschichten. In Gedanken vergleiche ich ihn manchmal mit meinen Freunden (und Mittätern) von vor der Zwangsverschiffung und kann mir dann einfach nicht vorstellen, wie es diesen Fuchs, der Skags füttert und Psychos Wasser gibt, hier her verschlagen hat. Jetzt werde ich es vielleicht nie erfahren, denn wen man auf Pandora auch nur für ein paar Stunden verloren geht, taucht man meistens nicht mehr aus dem Sand auf.

Seit drei Jahren arbeiten Teto und ich im sogenannten "Konvexen Umgebungsdienst" für Atlas und sparen für das billigste Ticket auf dem Versorgungsschiff, das alle zwei Jahre die halbautomatisierten Fabriken versorgt, die es noch vereinzelt auf Pandora gibt. Konvex heißt außerhalb der runden, 100 Meter hohen Mauern, die das einzige sind, was man von den Atlas-Werken zu sehen bekommt, mit Ausnahme vielleicht der riesigen, rot-weißen Schornsteine, die Rauch und manchmal Flammen in den glimmenden Himmel spucken. Ganz ohne Kontakt zum Local Scum können die Fabriken aber nicht betrieben werden, da kommen Teto und ich ins Spiel. Viel wirft diese Arbeit nicht ab, aber wenn man nicht dem Glücksspiel, Alkohol oder Buggyrennen verfällt, dann reicht es nach drei Jahren für zwei Tickets in einer Ladezelle. Tickets, um vom Staub, der gleißenden Sonne und roten Erde, und vor allem einem Ende als Knochen in einem Canyon wegzukommen.

Unser Ziel ist Antheos, der übernächste Planet in diesem System. Antheos mag ebenso desolat und einsam wie Pandora sein, aber es ist keine Wüstenhölle. Es gibt Wälder und Flüsse dort, Bäume, Moos und Erde, in die man die Pfoten graben kann wie zuhause. Dort regnet es Wasser, nicht die Fetzen eines Psychos der sich selbst in die Luft jagt, und im Winter schneit es. Die Sonne brennt nicht wie ein Ölfeuer, sondern ist zwischen den Zweigen warm auf dem Fell. Wie lange habe ich schon keinen Regen mehr gerochen... Pandora ist einfach kein Ort für Füchse, schon die Skags hier werden drei mal so groß wie wir.

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Der Motor, der klingt wie eine Jet-Turbine bei der eine Schaufel fehlt, läuft aus und hebt den Patrouillienwagen einen letzten, flachen Hügel aus festgebackenem Staub hinauf. Ich springe heraus und wende mich einer schmutzigen Blechhütte zu, die am Rande einer Klippe steht. In der Tiefebene sind die Schlote und Türme eines automatisierten Umspannwerkes zu sehen. Vor der Hütte sitzt T.K. Baha und schaukelt den Stumpf seines Holzbeins. Wenn einer die Gegend kennt und etwas von Teto weiß dann T.K. - Und so wie er da sitzt, unruhig die Zigarette im Mund hüpfen lässt und eine Shotgun auf und zu schnappen lässt, weiß er garantiert was.

"Ah endlich Teto", ruft er erleichtert, als ich auf ihn zusteuere. Und dann, als ich einen Zahn zulege und über seinen niedrigen Zaun springe. "Scheiße Muddo, hast du Teto gesehen?"

"Nein, ist nicht in Firestone aufgetaucht und ich erreich´ ihn nicht." Ich bleibe vor ihm stehen und behalte seine Shotgun im Auge, während ich gleichzeitig unaufällig nach meiner Pistole greife. "Und was meinst du mit Endlich Teto."

Teddy sieht meine Pfote am Pistolengriff und nimmt demonstrativ die Hand von der Shotgun. "Naja, ich bin ja grad nicht so gut zu Fuß..." Er lacht kurz, oder gackert eher. "Und da hat er mir einen Gefallen getan. Ist für mich ins Skag Gully. Wollte mir noch eine letzte Ladung von den Konserven aus dem gecrashten Eridium-Tanker da holen, bevor ihr abhaut. Ist noch nicht zurück."

Das klingt nach Teto. Ich starre T.K. an und spüre Angst in mir aufsteigen. "Wann."

T.K. knetet seine Hände und wippt schneller. "Zwei Tage"

Ich nehme den Wasserkanister, der neben ihm auf der Holzveranda steht, und denke wie fehl am Platz diese Veranda wirkt, hier an einer Klippe zu einer tödlichen Tiefebene auf einem postapokalyptischem Wüstenplaneten.

"Gib mir die Shotun und die vollen Slugs."

T.K. hält sie mir hin, Lauf voran.

"Muddo in ein paar Stunden wird es dunkel." Er sagt nicht, dass man bei Nacht besser nicht in die Skag-Höhlen geht und dass es da nicht nur Skags gibt, aber seine Stimme klingt nicht mehr lustig. Meine Pfoten werden kurz schlaff, als ich an Teto bei Dunkelheit in den Höhlen denke.

"Wenn ich mich beeile sind wir bei Dämmerung zurück." Oder gar nicht, wenn ich ihn nicht finde, denke ich kurz und dann bin ich schon den Weg runter, in Richtung der Felsformation, die den Eingang zu Skag Gully bildet.

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Es ist heiß und still, kein Wind weht in Skag Gully um diese Tageszeit. Der Canyon vor mir besteht aus glühendem, grellweißen Licht und scharfen, schwarzen Schatten. Einmal höre ich in der Ferne das Geräusch von kleinen Steinen die über eine Steilwand in den Sand fallen. Fast wie das Tröpfeln von Regen, denke ich und spüre einen Stich. Für einen Moment halte ich inne, versuche nicht den geringsten Laut von mir zu geben und lassen meinen Blick über die Felswände und den Weg hinunter wandern. Das ist es, was Zed und Teto meinen, wenn sie sagen, dass Pandora schön ist. In einer Biegung des Canyons hängt das Skelett eines uhrzeitlichen Seemonsters an einer Klippe, aus der Zeit als hier alles unter Wasser lag. Der Schädel ist zehnmal größer als ich, die Zähne ragen aus dem braunroten Boden. Darüber stehen zwei Monde am Tageshimmel.

Lautlos gehe ich weiter durch den weichen Sand, der so fein ist, dass er sich wie Mehl unter meinen Pfoten anfühlt. Ich folge dem Weg, den auch Teto genommen haben muss und halte nach Spuren Ausschau. Und tatsächlich, da sind vereinzelte Pfotenabdrücke, die in Richtung des abgestürzten Tankers, aber nicht davon weg zeigen. Ich folge ihnen und erreiche nach einer knappen Stunde den Tanker. Er steckt schräg im Canyon, inmitten eines kilometergroßen Kreises aus Wrackteilen.

Kein Laut durchbricht die Stille, bis ich auf eine der schwarzen, zur Gewichtseinsparung mit kreisrunden Löchern versehenen Spanten hochklettere, die Pfoten an den Mund lege und so laut brülle wie ich kann: "TEEEEEEEEEETOOOOO".

Der Ruf hallt vor mir zwischen den Felswänden wieder und wird hinter mir, in Richtung der offenen Wüste verschluckt. Die Stille danach ist nicht mehr so endgültig wie zuvor und meine spitzen Ohren drehen sich wie von selbst in alle Richtungen, um die Geräusche aufzufangen. Es kommt eine fremdartige Art von Leben in die Kluften und Spalten des Canyons; ein Rascheln, Scharren und Kratzen, das auf, und dann wieder abschwillt, ohne dass ich die Urheber sehen kann.

Ziemlich blöde Idee, in dieser Gegend Lärm zu machen, wenn man bloß scavengen und am Leben bleiben will.

Ich hebe die Shotgun und feuere in die Luft. Der Rückstoß schlägt so hart aus, dass der Lauf auf die Metallplatte unter mir knallt. Fuck it, entweder ich finde Teto oder keiner von uns beiden verlässt Pandora.

Der Knall hallt noch länger nach als der Ruf. Diesmal antworten mir das Scharren von Krallen auf Stein und außerdem ein Geräusch wie von etwas Metallischem das eine Steilwand hinunterfällt. Es kommt aus der Richtung der Skag-Höhlen. Na prima wo sonst, denke ich in einem Anflug von Übermut und einer gewissen Gleichgültigkeit und mache mich auf den Weg in den Canyon.

Als ich zwischen die Felswände trete, die hier kaum zehn Meter auseinander stehen und mich von neuem die Stille überkommt, verfliegt meine Übermut. Meine Pfoten sind nach wie vor lautlos auf dem festgebackenen Staub und meine Ohren nehmen jedes Geräusch war. Aber was hilft es schon, die Monster zuerst zu hören, wenn es so viele sind, dass Shotgun und Pistole zusammen nicht ausreichen. Am liebsten würde ich nach jedem Schritt innehalten und lauschen, aber ich weiß nicht, wie viel Zeit Teto noch bleibt. Also verfalle ich in einen leisen Laufschritt in Richtung des Metall-Geräusches.

Als ich den Eingang zu dem Höhlensystem erreiche, steht die Sonne bereits so tief, dass die flache Vertiefung davor im Schatten liegt. Durch Löcher in der Höhlendecke, die teilweise groß genug für einen Patrouilletruck sind, fallen rötlich-staubige Strahlen ins Innere. Es ist mehr schattig, als dunkel darin, aber es gibt eine schrecklich große Anzahl an Wegen, die sich über Vorsprünge und Abstiege zu tieferen Teilen verzweigen.

Ich nehme allen Mut zusammen, packe die Shotgun und hole tief Luf um nochmal zu brüllen. Statt eines Brüllens kommt jedoch eher so etwas wie ein abgehacktes Husten heraus, als mein Blick auf Tetos Gewehr und die Schleifspuren im Sand dahinter fällt. In einem Satz bin ich dort, auf den Knien im roten Sand, schnuppernd, lauschend, mich in alle Richtungen umsehend.

Als ich die Blutspuren und Fellbüschel sehe, wird mir nicht etwa schlecht oder flau. Nein, stattdessen überkommt mich eine Art Kälte und Gleichgültigkeit und ich spüre wie sich meine Lefzen wie von selbst hochziehen und meine Zähne entblößen. Mein Fell stellt sich auf und ich fühle mich wie am Rand einer endlosen Rage, die nur noch ein Ziel braucht. Ich muss furchtbar aussehen. Meine Gedanken nehmen eine sehr einfache Form an.

Teto war hier und jetzt ist er irgendwo vor mir in den Höhlen.

Die Schleifspuren führen einen breiten, verschlungenen Weg entlang. Vorsprünge ragen darüber, in denen schwarze Löcher klaffen. Skag-Höhlen. Ich folge dem Weg, schnell und gebückt, in den Pfoten die Shotgun, die ich mit meinen zuckenden Krallen kaum halten kann. In einem der kleineren Löcher zeichnet sich der Umriss eines Kopfes ab, ich wende ihm den Blick zu und spüre meine gebleckten Zähne malen und Ohren zittern. Der Kopf wird so schnell zurückgezogen, wie die Maus in einem Whack-a-Mole-Spiel in dem ich der Hammer bin.

In einer halber Schleife windet sich der Pfad nach oben und wird dabei durch einige Löcher in der Höhlendecke in Abendlicht getaucht. Ich laufe weiter. Die Anzahl der auf unerklärliche Weise leeren Skaglöcher in meinem Rücken müsste mir höllische Angst einladen, aber alle Furcht wird durch die Leere und Gleichgültigkeit, die mich ergriffen haben, im Ansatz erstickt. Der Weg verbreitert sich und läuft in einer flachen Ebene aus, die von einer Öffnung über einem Vorsprung erhellt wird, an dessen Rand ich einen der Monde sehe.

Der Mond ist nicht das einzige dort oben.

Und es ist der Anblick von Teto, der dort oben auf dem Vorsprung liegt, seinem schmutzigen, roten Fell und der jetzt gräulichen Schwanzspitze die mir den letzten Stoß über die imaginäre Klippe zur Rage gibt. Und unter ihm sind all die Skags aus den Löchern hinter mir. Sie springen an der Wand hoch, rutschen mit den verhornten Krallen daran ab und schnappen in die Luft mit ihren waagrecht zweigeteilten Kiefern. Andere laufen einfach auf und ab, den platten Kopf verdreht in Richtung des einen Lebewesens auf Pandora, für das ich eher sterben würde, als es in der ewigen Hitze, dem Staub und der unbarmherzigen Sonne zurückzulassen, tot oder lebendig.

Meine Pfoten sind so leise im Sand, dass ich den ersten zwei Skags mit dem Shotgunlauf buchstäblich den Schädel breche, bis die anderen mich bemerken. Sie geifern, knurren, kreischen, dann springen sie mich an, und ich schieße die Shotgun leer. Die vollen Slugs durchschlagen mehrere Skags hintereinander, bis sie die Höhlenwand treffen, wo sie in einer Funkenwolke zerspringen.

Als die Shotgun klickt, ohne dass ein Knall folgt, werfe ich sie mit glühendem Lauf einem von ihnen in den Rachen.

Die Pistole ist in der Höhle noch lauter als die Shotgun. Ich schieße um mich, verschwende Munition, aber fuck, die kommen aus allen Richtungen in Hüfthöhe. Ich treffe drei, bis mir der Vierte ins bein beißt, wobei ihn mein Knieschoner davon abhält, mir das Knie zu zertrümmern. Während er noch versucht, die Zähne aus Polymer zu ziehen, schieße ich ihm durch den Kopf und wische mir seinen Zahnkranz vom Bein.

Dem nächsten verpasse ich mit der leeren Pistole einen Schlag ins Auge und reiße ihm dann die Kiefer auseinander, das es knackt und er von mir abfällt. Ich höre mich selber lauter Knurren und Geifern als die Skags.

Einer springt mich von hinten an, verfehlt meinen Nacken, schlägt mich aber mit der Schnauze in den Sand. Ich rolle, oder winde mich eher zur Seite, springe auf alle Viere und beiße ihm in das flache Gesicht. Etwas bricht zwischen meinen Kiefern und er kippt schlaff zur Seite.

Ich fahre herum für den Nächsten.

Es gibt keinen Nächsten. Die Höhle ist leer, in den schwarzen Löchern scharrt und kratzt es.

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Es ist wieder still in der Höhle, und ein kühler Lufthauch weht mir von oben entgegen. Die Sonne steht nur noch eine Handbreit über dem Horizont und der Mond ist weitergewandert. So schnell ich kann, klettere ich über die rissige Felswand zu Teto hinauf und ziehe mein angebissenes Bein hinter mir her.

Er liegt auf dem Vorsprung im Sand, schmutzig und schlaff wie ein Plüschtier. "Teto!", rufe ich und strauchle zu ihm. Teto gibt keinen Mucks von sich. Sieht so das Zwischenstadium zwischen einem lebendigen Fuchs und den Knochen in der Wüste aus, die er immer angestarrt hat, die ihn aus irgendeinem Grund wie magisch angezogen haben? Ich lege eine Pfote an seinen Hals, versuche durch das weiche, klamme Fell den Puls zu fühlen und seinen Atem zu hören.

Das Glück, als ich beides spüre, überschwemmt mich von meinen Ohren bis zur Schwanzspitze und lässt meine Pfoten zittern. Jetzt darf ich nur nichts falsch machen, damit er so bleibt. Zuerst hole ich den Wasserkanister hervor und flöße Teto etwas davon durch den Mundwinkel ein, dann schaue ich nach Verletzungen.

Abgesehen von den getrockneten Bissen, mit denen er in die Höhle geschleift wurde, und einer blutigen Pfote, an der alle Krallen fehlen, kann ich äußerlich nichts erkennen. Auf Knien rutsche ich zu seinem Kopf, ziehe meine Jacke darunter und weiß nicht weiter. Ich setze wieder die Flasche an und gebe ihm ganz langsam zu trinken, damit nur ja nichts überläuft.

"Teto", sage ich noch einmal und seine Ohren zucken. Er öffnet die Augen einen Spalt und mir wird ganz schwach bei dem müden, goldenen Blick.

Eine Weile starrt er mich an, dann formt seine Schnauze ein Wort, das nach "Wasser" klingt. Logisch eigentlich, er war 150 Stunden hier. Seine Pfoten greifen schwach nach dem Kanister, ich setze sie an und lasse ihn trinken.

Nach einer Ewigkeit, in der Teto gerade mal eine halbe Flasche geschafft hat, hält er kurz inne und murmelt: "Mio". Sonst nennt mich niemand auf Pandora so. Nur Muddo, eine Mischung aus Mud und Doggo, weil ich das erste Jahr nicht wusste, dass man auch in Sand baden kann. Eigentlich ganz clever, nur dass es keinen Schlamm auf Pandora gibt.

"Mach dir keine Sorgen, ich hab dich ja gefunden und wir kommen hier weg." sage ich und mache mir schon Sorgen. Tetos weicher Kopf liegt mittlerweile auf meiner Pfote, die Ohren sind geknickt und sein Blick huscht zwischen mir und dem Stück Himmel hin und her, an dem sich die Dämmerung deutlich abzeichnet.

Er krächzt irgendwas verwirrtes, dehydriertes, runzelt die Stirn und fängt nochmal an. "Auf Antheos", murmelt er so leise dass ich ihn kaum verstehe, "würde es jetzt regnen und die Bäume würden blühen, oder?"

Bäume die bei Nacht und Regen blühen? Da wird mir so einiges klar.

"Du warst noch nie in einem Wald oder?"

Teto, der Fuchs der seit Jahren für den Flug nach Antheos spart und dabei nichts als Sand und Canyons kennt, wendet den Blick ab und schaut auf den rötlich staubigen Boden.

"Ich bin auf Pandora geboren.", murmelt er und seine Ohren fallen.

Ich bin zu langsam, um die Träne aufzufangen, die von meine Schnauze auf seine Pfote fällt und einen dunklen Streifen in dem staubigem Fell hinterlässt.

Seine Pfote zuckt, er blickt mich an, und stützt sich dann auf den Ellbogen. Zuerst wirkt er irgendwie trotzig dabei, dann ratlos, als er sieht, wie mir stumm Tränen über die Schnauze rollen; wie ich darüber weine, dass er hier kaputt und staubig im Skag Gully in einer Höhle liegt, obwohl es niemanden auf Pandora gibt, der das weniger verdient.

"Hast du da mal rausgeschaut?", fragt Teto nach einer Weile und der Trotz ist zurück. Er zeigt durch das Loch über unserem Vorsprung nach draußen. Ich drehe mich um, kann aber nichts außer Himmel sehen, und rapple mich auf.

Draußen fällt der glatt geschliffene Fels erst zehn Meter steil, dann flacher ab, und läuft schließlich in einer Tiefebene aus. Und dort unten blinkt das Licht einer automatischen Umspannstation, mitsamt Zugangsstraße. Ich drehe mich zu ihm um und jetzt muss ich fast lächeln, wie er dort wacklig im Halbdunkel sitzt und meine Ersatzflasche leertrinkt. Zuversicht keimt in mir auf, als ich das Seil von meinem Gürtel löse. Wenigstens müssen wir nicht durch die Höhle zurück.

"Die Skags sind wieder da.", sagt Teto ruhig und schaut über seine Schulter in den Sandkessel in der Höhle. Die Gleichgültigkeit in seiner Stimme und die Art, wie er die Flasche zu den schnappenden Mäulern hinunterwirft, wischt mir das Lächeln wieder aus dem Gesicht.

"Mio, das waren nicht die Skags die mich gekriegt haben..." Seine Ohren hängen traurig herunter. "Da waren Banditen am Tanker. Die haben mir alle Chips abgenommen, die ich diesmal von Atlas bekommen habe." Er sieht mich immer noch nicht an. "Ich hab nicht mehr genug für´s Ticket. Du kannst ohne mich nach Antheos."

Mir kommt ein schrecklicher Verdacht, wieso ihn die Skags überwältigen konnten. Hat er etwa... Das Bild vor meinem inneren Auge ist das von Teto, wie er geschlagen in der Hitze im Canyon herumirrt, wie ihm die Hitze, der Durst, die Skags egal sind, wie er denkt, dass ich ihn alleine zurück lasse, im Staub unter der gleißenden Sonne.

Ich sehe ihn an, den schmutzigen, mageren Fuchs, der die Skags von oben mit kleinen Kieseln bewirft und will so viele kitschige Sachen auf einmal sagen... Wie dass ich Pandora nie ohne ihn verlassen würde, dass er mein Ticket haben kann, dass mir Wald und Regen nichts bedeuten, wenn ich sie ihm nicht zeigen kann. Dann will ich ihn umarmen und alles mögliche sonst.

Stattdessen blicke ich über die sandige Tiefebene im schwindenden, roten Licht, zu den Ausläufern der Trashcoast und den zwei Monden. Ich höre den Wind pfeifen und kleine Steine fallen und sage: "Na, zwei Jahre mehr auf Pandora sind vielleicht gar nicht so übel. Dann schaffen wir´s noch zur Trashcoast vor dem nächsten Start."

Teto hebt den Kopf und schaut mich mit dem selben, ungläubigen Blick an, wie bei unserer ersten Begegnung. Ich kann seinen Gesichtsausdruck immer noch nicht deuten. Dann rappelt er sich endlich auf, schwankend und mit zittrigen Läufen, greift meine stützende Pfote und berührt mich kurz mit der Schnauze.

Vielleicht kann er mich besser lesen als ich ihn.

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Der Abstieg in die Tiefebene ist hart, vor allem die erste Strecke das Seil herunter.

Das Funkgerät reicht bis zu T.K.

Am nächsten Tag werden wir von einer Patroullie an der Umspannstation abgeholt.

Zwei Jahre und eine Woche später landet das Versorgungsschiff.

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Epilog

Tetos Fell ist sauber und fliegt im Wind in alle Richtungen und seine Schwanzspitze ist leuchtend weiß. Die hellen Augen stehen nicht still, sehen alles zum ersten Mal, huschen von den Baumspitzen über die Äste ins Moos und zu dem Bachlauf, dessen Wasser nicht nach Staub schmeckt. Unter den Pfoten hat er kühle Erde und Tannennadeln, keinen roten Sand mehr.

Am Abend frischt der Wind auf und der Regen kommt. Teto steht still auf einer Lichtung deren Stämme um ihn nach oben streben, und blickt nach oben in die fallenden Tropfen, die sein Fell durchnässen und es in feuchten Spitzen abstehen lassen.

Ich trete zu ihm und er legt mir wie selbstverständlich die Pfoten um die Schultern, umarmt und zieht mich an sich. Sein Fell ist kühl und riecht nach Tannen und etwas anderem, das mich an die staubige Hitze von Pandora erinnert. Seltsamerweise versetzt mir das einen Stich. Ich vergrabe die Schnauze in Tetos weichen Brustfell und schaue über seine Schulter in ein weißes Blütenmeer, das sich vor meinen Augen öffnet.

Eine der Baumarten auf Antheos blüht tatsächlich im Regen.

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Würd schon nen Teil 2 schreiben, wenn wem die Geschichte taugt.