Das Erbe der Digiritter - Kapitel 5 - Ein neuer Digiritter
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Hallo ihr Lieben!
Willkommen zum fünften Teil der Kommission von KyanHyena über seinen Charakter Mike, der in einer Welt lebt, die nach den Digirittern der ersten und zweiten Generation entstanden ist.
Hier noch kurz das übliche Blabla: Warnung: In dieser Story wird mindestens ein Fußfetisch vorkommen. Falls euch dies nicht gefällt, müsst ihr es überlesen oder gar nicht beginnen. Diese Entscheidung ist natürlich euch überlassen. Für Kommentare, Favs und Sterne bin ich natürlich immer Dankbar und sollte euch etwas besonders gut gefallen haben oder eventuell gar nicht, dann zögert nicht es mir zu sagen. Wer meine Arbeit unterstützen möchte, kann mal hier reinschauen: https://ko-fi.com/meisterfuchs
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!
Viele liebe Grüße von eurem Meister Fuchs :3
Kapitel 5: Der neue Digiritter
Die nächsten Schultage war Isabell wieder so offen wie vor der Party. Wir halfen uns gegenseitig im Unterricht, verbrachten öfters die Pausen zusammen und manchmal kam sie nach der Schule mit zu mir und wir erledigten gemeinsam die Hausaufgaben. So folgte sie auch am Donnerstag meiner Einladung und kam mit rein. Im Wohnzimmer saßen wir zusammen und machten gerade den letzten Rest unserer Matheaufgaben, als meine Mutter sich mit diesen Worten bei uns abmeldete: „Ich geh ein paar Sachen einkaufen. Macht keinen Blödsinn. Ich bin gleich wieder da.“ Ich konterte direkt: „Wir sind keine fünf Jahre alt!“ Doch leider wusste sie eine schlagkräftige Antwort darauf: „Deswegen. Ich bin zu jung, um Oma zu werden.“ Während Isabell etwas rot anlief, meckerte ich: „MAMA?!“
Sie lief nur lachend zurück in den Hausflur und keine fünf Minuten später hörten wir die Haustür zufallen. Die Renamon-Dame neben mir sagte daraufhin: „Ich mag deine Mutter. Sie ist nett und vertraut dir sehr. Meine hätte uns niemals alleine gelassen und wir hätten wahrscheinlich im selben Raum, wo sie ist, die Hausaufgaben machen müssen.“ Während ich schnell die letzte Aufgabe durchrechnete, erwiderte ich: „Ja, ich kann mich eigentlich nicht beklagen. Besonders, wenn ich höre wie andere Mütter manchmal drauf sind. Da ist mein Vater schon ganz anders. Der Polizist steckt ihm leider zu sehr im Blut, deswegen sind ihm unter anderem die Grundwerte sehr wichtig. Ehrlichkeit, Pünktlichkeit und Gehorsamkeit zum Beispiel.“
„Ja. Mein Vater ist auch so und ich glaube, so sind die Meisten. Es variiert nur in der Strenge, aber sonst sind sie sich wohl alle sehr ähnlich“, entgegnete Isabell und räumte dabei schon ihre Sachen zurück in die Schultasche. Nachdem auch ich fertig war, brachte ich mein Zeug hoch in mein Zimmer. Isabell schnappte sich ihre Tasche und folgte mir und als wir in meinem Zimmer angekommen waren, fragte sie stammelnd: „H-hast du L-lust? Ich meine w-willst du? Also wollen wir …?“ Ich legte ihr meinen rechten Zeigefinger auf den Mund und beendete damit ihr schüchternes Stottern. Mit einem Grinsen antwortete ich: „Falls ich auf diese Frage jemals mit einem Nein antworten sollte, gehe bitte davon aus, dass ich durch einen Außerirdischen ersetzt wurde oder sowas.“
Daraufhin nahm ich meinen Finger weg und auch sie legte ein amüsiertes Lächeln auf. Keine Sekunde später küssten wir uns. Unsere Zungen spielten und tanzten. Eine kleine Ewigkeit lang genossen wir einfach nur diesen Moment, hielten uns im Arm und erkundeten mit unseren Händen den Körper des Anderen. Als Isabell über meine bereits dicke Beule streichelte, unterbrach sie den Kuss und schuppste mich wieder auf mein Bett, das praktischerweise direkt hinter mir stand. „Wir haben aber nicht viel Zeit“, konterte ich auf ihren lüsternen Blick und setzte mich dabei auf. „Ich weiß“, gab sie nur zurück und ließ ihre Triebe langsam die Oberhand gewinnen. Dadurch ging ihre schüchterne und nervöse Art fast vollständig verloren. Sie wurde selbstbewusster und zielsicherer.
Nachdem sie mit ein paar Handgriffen schnell ihre und meine Hose geöffnet hatte, ging sie vor mir auf die Knie und fing an über meine Eichel zu lecken. Ich ließ meinen Kopf leicht nach hinten fallen und murrte zufrieden auf. Isabell wanderte währenddessen mit ihrer linken Hand zwischen ihre Beine und massierte sich selbst. Mein Penis wuchs binnen Sekunden zur vollen Größe heran, da sich der warme Mund eines Renamon einfach zu gut anfühlte. Als sie mit dem Ergebnis zufrieden war, erhob sich Isabell wieder und wollte sich gerade ihre Hose ganz ausziehen, da hörten wir erneut die Haustür zufallen. Erschrocken starrten wir uns kurz an. „So schnell?“, murmelte ich, woraufhin sich Isabell eilig wieder anzog und ihr Fell etwas richtete.
Nachdem ich mich vom Bett erhoben und die Decke wieder etwas zurechtgerückt hatte, verschloss ich meine Hose und versuchte mich dabei zu beruhigen. Auch Isabell atmete einige Male tief durch, um runterzukommen, denn wenn wir wie aufgeschreckte Hühner wirkten, würde meine Mutter sicherlich sofort Bescheid wissen. „Ich denke, ich geh dann jetzt auch. Mit den Hausaufgaben sind wir fertig und ich glaube nicht, das wir heute nochmal dazu kommen etwas Spaß zu haben“, erklärte Isabell leicht stotternd und so leise, dass ich die Wörter nur schwer verstand. Ich fand es ungemein interessant und erstaunlich wie sehr sie sich veränderte, wenn sie ihren Trieben nachgab. Mir kam die Frage in den Sinn, wie sie sich wohl in einem Digimon-Kampf verhalten würde.
Während Renamon ihre Schultasche nahm, stimmte ich ihr zu: „Ja ist eher unwahrscheinlich. Leider.“ Nach einem kurzen Nicken von ihr, liefen wir zusammen aus dem Zimmer, den Flur entlang und gingen die Treppe runter. Vor der Haustür im Eingangsbereich entdeckten wir jedoch ein stämmiges Tier-Digimon. Es war WereGarurumon, der Partner meines Vaters bei der Polizei. „Ach hallo Officer Garu“, begrüßte ich ihn überrascht. Der grimmige Wolf war im Gegensatz zu vielen anderen Digimon bei der Polizei nicht mit einer Uniform ausgestattet. Er lehnte zusätzliche Kleidung generell ab und behielt stets seine typische Ausstattung bei, die er nun mal als ein WereGarurumon hatte. Mit Ausnahme seiner Polizeimarke, die an seinem braunen Ledergürtel befestigt war.
„Hallo Mike. Oh? Du hast Besuch?“, fragte er mich und sah dabei in seiner leicht gekrümmten Haltung auf uns herab. Leider war unsere Decke nämlich nicht hochgenug, damit er aufrecht stehen konnte, allerdings waren WereGarurumon ja auch nicht gerade klein. Während wir vor ihm stehenblieben, antwortete ich: „Ja, das ist Isabell. Sie ist eine Klassenkameradin von mir.“ Ich sah zu dem leicht nervösen Renamon neben mir und erklärte auf ihren faszinierten Blick, den sie dem Kollegen meines Vaters zuwarf: „Isabell, das ist Officer WereGarurumon, der Partner meines Vaters bei der Polizei.“ Sie reichte ihm daraufhin die Hand und sprach: „Hallo. Freut mich sie kennenzulernen.“ Er nahm ihre Hand mit seiner vergleichsweise riesigen Pranke an und erwiderte: „Officer Garu reicht und freut mich ebenso.“
Nach einem kurzen Hände- und Pfotenschütteln fragte Isabell neugierig: „Ich muss gestehen, ich habe schon lange mit keinem einfachen Digimon mehr gesprochen. Sind sie schon lange auf dem Ultra-Level? Wie haben sie das ohne Digivice geschafft?“ Der Officer antwortete: „Nun ja, wir Digimon können natürlich auch ohne die Hilfe des Digivice digitieren, aber dafür müssen wir dann deutlich mehr tun. Ich musste lange und hart trainieren, um dieses Level zu erreichen und um es auch dauerhaft halten zu können. Meine letzte Digitation ist mittlerweile drei Jahre her.“ „Cool“, kam daraufhin nur von Isabell und nach ein paar schweigsamen Sekunden fragte ich: „Was verschafft uns eigentlich die Ehre, Officer? Hat mein Vater wieder sein Handy vergessen?“
Das kräftige Digimon schmunzelte etwas und antwortete: „Nein ausnahmsweise hat er mal nichts vergessen, aber leider hat ihn ein Betrunkener vollgekotzt und der Weg hierher war deutlich kürzer, als zurück aufs Revier zu fahren. Er duscht gerade und zieht sich frische Sachen an. Und was treibt ihr zwei hier so ganz allein?“ Officer Garu sah uns mit einem merkwürdigen Blick an. Wir bemerkten es zwar, dachten uns aber nichts weiter dabei. Ich antwortete schließlich: „So allein sind wir eigentlich nicht. Meine Mutter ist nur kurz ein paar Sachen einkaufen. Sie müsste jede Minute zurücksein und wir beide haben zusammen die Hausaufgaben gemacht. Isabell wollte nun gehen, aber zurzeit versperrt ein großer sprechender Wolf die Haustür.“ Ich konnte es nicht verhindern und grinste ihn amüsiert an. Auch Renamons Mundwinkel hoben sich, während Officer Garu meckerte: „Verstehe, nun ja was kann ich dafür, dass euer Haus so klein ist.“ Dabei trat er aus dem Eingangsbereich raus und ging zur Seite. Wir spürten den Fußboden unter uns mit jedem seiner Schritte vibrieren.
Isabell und ich liefen an ihm vorbei und nachdem sie sich von uns verabschiedet hatte, öffnete ich ihr die Tür. „Bis morgen dann“, sagten wir fast zeitgleich noch, bevor sie sich schließlich auf den Weg nachhause machte. Nachdem ich die Haustür geschlossen hatte, drehte ich mich wieder um und wollte zurück in mein Zimmer gehen, aber WereGarurumon stand plötzlich direkt vor mir und sah auf mich herab. Natürlich wich ich erschrocken zurück, da ich damit nicht gerechnet hatte. „Entschuldige, ich wollte dich nicht erschrecken. Allerdings bin ich nicht bescheuert. Meine Ohren funktionieren sehr gut und meine Nase noch viel besser. Mir war bereits klar, was ihr macht, noch bevor wir in die Einfahrt gefahren sind“, erklärte Officer Garu mit selbstsicherem Blick. „Cool …“, war das Einzige, was ich in dem Moment antworten konnte.
Als mein Hirn wieder halbwegs da war, fragte ich: „Und? Ist das ein Problem? Ich meine, wir sind gleichalt, ich habe sie zu nichts gezwungen und außerdem …“ „Nur die Ruhe kleiner. Nein, das ist kein Problem. Allerdings könnte es vielleicht eins werden. Ich weiß nicht in wie weit du aufgeklärt bist, aber ich verlange zwei Dinge von dir. Erstens: Behandele sie gut. Zweitens: Sei vorsichtig. Wir Digimon sind eigentlich nicht für die menschliche Fortpflanzung gedacht. Vielen fällt es schwer ihre Gefühle und auch sich selbst diesbezüglich zu kontrollieren, besonders am Anfang. Sollte dir also auffallen, dass sie damit Schwierigkeiten hat, dann nutze das nicht aus, sondern sag es deinen oder ihren Eltern, bevor sie die Kontrolle verliert und vielleicht etwas Dummes oder Schreckliches tut. Solche Fälle haben wir leider allzu oft auf unserem Schreibtisch.“
„Keine Sorge, das weiß ich schon und außerdem geht es bei uns nicht um große Gefühle oder eine Beziehung. Wir machen nur etwas rum. Probieren verschiedenes aus. Du weißt schon. Nur zum Spaß“, versuchte ich es ihm irgendwie verständlich zu erklären, aber überraschender Weise konnte Officer Garu mir problemlos folgen. „Ja ich weiß, was du meinst. Ich bin zwar kein Experte, aber ich lebe nun schon lange genug unter den Menschen und arbeite seit über zehn Jahren als Polizist. Ich habe genug aufgeschnappt und erklärt bekommen. Aber genau deswegen glaube ich eher nicht, dass sie das auch so sieht, beziehungsweise dieselbe Einstellung dazu hat. Wenn ihr beide wirklich noch am Anfang dieses Fortpflanzungskrams seid, dann hat sie sicherlich nicht die Erfahrung, um ihre Gefühle so zu trennen. Du solltest also nochmal mit ihr darüber reden, denn vielleicht geht es ihr doch um mehr, als du denkst.“
Ich nickte zustimmend und sprach: „Okay, werde ich tun. Danke für den Hinweis.“ Obwohl ich noch nicht wirklich wusste, wie ich das Thema anschneiden sollte, nahm ich es mir tatsächlich vor. Natürlich wollte ich Renamon nicht verletzen oder in irgendwelche Schwierigkeiten mit ihr geraten. „Kein Problem, kleiner“, erwiderte der Wolf noch und ging dabei einen Schritt zur Seite, um mir den Weg freizumachen. Gerade als ich die Treppe wieder raufgehen wollte, hörte ich die Stimme meines Vaters: „Ach Mike, warte mal kurz.“ „Hallo Papa“, gab ich nur zurück und wandte mich dabei dem stämmigen Mann in Polizeiuniform zu, der aus dem Wohnzimmer kam. Der Anblick meines Vaters erstaunte mich noch immer manchmal. Obwohl er als Polizist natürlich gut trainiert war, sah man ihm seine enorme Kraft einfach nicht an.
Die enge Verwandtschaft mit einem Ex-Veemon hatte ihm eine übermenschliche Muskelkraft beschert, worauf ich einfach nur neidisch war. Mein Vater gesellte sich zu seinem Partner im Eingangsbereich und erklärte auf meinen wartenden Blick: „Wir haben die Meldung bekommen, dass sich ein bösartiges Digimon in unserer Gegend rumtreibt. Falls du heute also noch rausgehst, bist du bitte vor Einbruch der Nacht daheim. Verstanden?“ Ich nickte nur wortlos. Daraufhin verabschiedeten sich die beiden Polizisten von mir und gingen wieder. Ich lief zurück in mein Zimmer und etwa zehn Minuten später kam meine Mutter auch heim. Während ich im Internet herumstöberte und nebenbei mit Linda und Isabell chattete, erzählte ich ihnen von der Warnung meines Vaters.
Am Abend wurde die Meldung über die Sichtung eines bösartigen Digimon auch im Fernseher nochmal bekanntgegeben und am nächsten Tag bemerkten wir sogar auf dem Schulhof eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Lehrern. Obwohl es tagsüber so gut wie nie zu Angriffen kam, wollte die Direktorin wohl für etwas mehr Sicherheit sorgen. In der Pause sprachen Linda, Isabell, Jenny und ich wieder über allerlei Dinge. Hauptsächlich natürlich aber über das böse Digimon, dass gesehen wurde. Wir diskutierten eine Weile darüber, welches es sein könnte. Man wusste inzwischen, dass es sich wohl um ein Champion-Level-Digimon handelte, aber nicht um welches genau. Die Augenzeugen konnten es nicht gut genug erkennen, um es eindeutig zu identifizieren.
Die deutlich höhere Präsenz an Polizei war überall zu sehen. Streifenwagen patrouillierten regelmäßig alle Hauptstraßen ab und in jeder Seitengasse wurde nachgesehen. Diese Gründlichkeit war nicht unbegründet. Bisher hatte sich nämlich gezeigt, dass bösartige Digimon nicht zufällig in unsere Welt kamen. Sie verfolgten fast immer ein oder mehrere Ziele und wenn es nur darum ging, soviel Schaden und Chaos wie möglich zu verursachen. Manchmal wurden sie aber auch von jemandem gerufen, der Übles im Schilde führte. Von einfachen Diebstählen bis hin zu grauenvollen Mordaufträgen war schon alles Mögliche vorgekommen. Als wir nach der sechsten Stunde an diesem zähen Freitag endlich in unser wohlverdientes Wochenende entlassen wurden, bemerkten wir auch vor der Schule eine deutlich höhere Anzahl an Eltern. Viele holten ihre Kinder nämlich lieber selber von der Schule ab. Besonders natürlich die Eltern der jüngeren Schüler.
Während Linda gemütlich nachhause lief und Jenny von ihrer Mutter abgeholt wurde, setzten Isabell und ich uns wie immer auf die Bank der Bushaltestelle und warteten auf den Schulbus. „Wollen wir wieder zusammen Hausaufgaben machen?“, fragte ich nach ein paar Sekunden, aber die Renamon-Dame neben mir antwortete: „Nein, kann ich nicht. Meine Mutter will, dass ich erstmal heimkomme.“ „Okay“, erwiderte ich etwas enttäuscht. Nur wenige Minuten später kam unser Bus und wir fuhren heim. Im Chat schrieb sie mir später, dass ihre Mutter sie darum gebeten hatte, heute gar nicht mehr vor die Tür zu gehen. Es war zwar kein Befehl, aber dafür wohl eine mit Welpenaugen verstärkte Bitte, die Renamon ihr nicht ausschlagen konnte. Damit musste ich mich natürlich abfinden und amüsierte mich danach mit dem kleinen Film von Isabell und mir, den Linda gemacht hatte. So konnte ich mir zumindest etwas Entspannung verschaffen und ein bisschen Stress und Druck abbauen.
Als am Abend so langsam die Dämmerung einsetzte und die Sonne nur noch rötlich zwischen den Häusern hindurchschien, sah ich aus meinem Fenster und betrachtete etwas die friedliche Nachbarschaft. Keine Seele war um diese Zeit mehr draußen. Alle hatten sie Angst vor dem bösartigen Digimon und folgten dem Rat, zuhause zu bleiben, der schon den ganzen Tag im Fernseher und Radio wiederholt wurde. Eigentlich erschien das Ganze erstmal übertrieben, aber wenn man daran dachte, dass schon ein DemiDevimon auf dem Rookie-Level mit seinen giftigen Spritzen großen Schaden und sogar Todesopfer fordern konnte, dann war die Angst vor einem Champion-Level doch irgendwie gerechtfertigt. Ich selbst machte mir darum allerdings wenig Sorgen. Die Chance, dass ausgerechnet ich von ihm angegriffen werden würde, war schließlich dennoch relativ gering.
Während ich weiter dem langsamen Sinken der Sonne zusah, machte ich mir so allerhand Gedanken. Wie sollte ich mit Renamon nun weitermachen und wenn es für sie wirklich mehr war, als nur Spaß, was dann? Mussten wir unsere Spielereien dann doch beenden? Oder könnte ich mich mit ihr auch auf mehr einlassen? Eigentlich interessierte mich nämlich Linda mehr. Drachen-Digimon waren nun mal meine Favoriten. In jeglicher Hinsicht. Natürlich hatte aber auch Isabell ihre Vorzüge. Wunderschön, sinnlich, liebevoll und gutherzig. Um nur ein Paar zu nennen. Dazu kam noch, dass ich mich mit ihr einfach gut verstand. Viele unserer Interessen, Ansichten und Gedanken stimmten nahezu überein. Mit ihr hatte ich sehr viel mehr gemeinsam, als mit Linda. Als ich anfing über Linda nachzudenken, stellte ich schnell fest, dass es bei ihr fast nur sexuelle Faszination war.
Allein schon ein kurzer Gedanke an ihren blauen Flamedramon-Körper sorgte für eine Beule in meiner Hose. Aber, wenn ich ehrlich zu mir war, mehr war da auch nicht. Mit ihr hatte ich nicht sehr viel gemeinsam und gleichzeitig musste ich zugeben, dass ich mich auch noch nicht so viel mit ihr allein unterhalten hatte. Kurz darauf erschien ein Bild von ihrem drachenartigen Körper vor meinem geistigen Auge. Stramme Pobacken, kräftige Beine, all diese sinnlichen Kurven und dazu noch diese wundervollen Drachen-Digimon-Füße. Ich sabberte fast schon und als ich wieder zu mir kam, bemerkte ich, dass der Bund meiner Jogginghose nicht mal mehr meinen Bauch berührte. Nachdem ich meine Hose etwas zurechtgerückt hatte, sah ich wieder aus dem Fenster und wollte weiter über alles nachdenken, doch dann sah ich etwas Gelbes im Augenwinkel.
Als ich genauer hinsah, entdeckte ich Renamon, die eilig über die Straße zum Fußballplatz rannte. Hatte sie ihrer Mutter nicht versprochen heute nicht mehr rauszugehen? Da nun schon die Sonne gar nicht mehr zu sehen war, war es eigentlich auch viel zu gefährlich jetzt noch draußen rumzurennen. Ohne weiter zu überlegen rannte ich aus meinem Zimmer, die Treppe runter und in den Eingangsbereich. Bevor meine Mutter reagieren konnte, hatte ich schon meine Schuhe angezogen und war zur Haustür raus. Hastig überquerte ich die Straße und versuchte Isabell irgendwo zu finden. Als ich rüber zur kleinen Tribüne auf der anderen Seite des Platzes sah, entdeckte ich ihren gelben buschigen Schweif gerade so noch zwischen ein paar Bäumen und Büschen verschwinden.
Was wollte sie um diese Zeit im Wald? Der war zwar relativ klein und übersichtlich, aber trotzdem nicht gerade der beste Ort um abends herumzulaufen. Besonders mit einem bösartigen Digimon in der Umgebung. Meine Füße liefen wie von selbst über den Platz, an der Tribüne vorbei und in den Wald dahinter. Gelegentlich wich ich einigen Ästen, Steinen oder kleineren Büschen aus, die mir im Weg waren. Ich hatte alle Mühe an Isabell dranzubleiben. Immer wieder erhaschte ich gerade so noch ihren gelben Fuchsschweif mit der weißen Spitze in der Ferne, bevor dieser hinter einem Busch oder Baum verschwand. Es war zwar mittlerweile recht dunkel geworden, aber ihr helles Fell war dennoch leicht im dunklen Grün und Braun des Waldes zu entdecken.
Leider war sie jedoch bedeutend schneller als ich und hatte einfach mehr Ausdauer. Während meine Muskeln schon schmerzten und ich ziemlich außer Atem war, war der Sprint für Isabell sicherlich bisher nur eine Aufwärmrunde. Als ich schließlich meine Grenze erreichte und mich an einem Baum anlehnen und kurz ausruhen musste, war mir klar, dass ich sie dadurch bestimmt verlieren würde. Ich beschränkte meine Pause auf ein paar Sekunden und lief danach weiter. Von Isabell und ihren hellen Renamon-Fell war jedoch keine Spur mehr zu entdecken. Gemütlich joggte ich erstmal weiter geradeaus und hoffte sie doch noch in der Ferne zu erhaschen, aber leider blieb es bei hoffen und wurde nicht real. Mit der Zeit lief ich immer langsamer, da ich mir irgendwann nicht mehr sicher war, ob ich überhaupt in die korrekte Richtung lief.
Gute zehn Minuten wanderte ich ziellos weiter im dunklen Wald umher und versuchte sie irgendwie zu finden. Natürlich machte ich mir Sorgen. Was wollte sie um diese Zeit hier und warum hatte sie es so eilig? Je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr befürchtete ich das Schlimmste. Nach ein paar weiteren Minuten hörte ich plötzlich einen donnernden Lärm in der Nähe. Es klang wie das Bröckeln von Stein und dem Zertrümmern eines großen Felsen. Kurz darauf folgten ein paar Stimmen, dann aber wieder donnernder Lärm, diesmal mehr wie von kleineren Explosionen. Ich konnte relativ schnell die Richtung bestimmen, aus der der Krach kam und rannte los. Einige Male musste ich Ästen ausweichen und mich durch dichtes Gebüsch schlagen, aber schließlich kam ich an.
Ich traute meinen Augen nicht. Renamon stand dort auf einer kleinen Lichtung und schien ziemlich außer Atem. Schwer schnaubend starte sie wütend nach vorn. Ihr Fell war an den wenigen unbekleideten Stellen leicht zerzaust. Ihre kurze weiße Hose und das hellblaue T-Shirt waren dreckig und zerknittert. Als ich meinen Kopf etwas nach rechts drehte und meinen Blick über die kleine Lichtung wandern ließ, entdeckte ich auch, wen sie so fixierte. Ihr gegenüber stand Steffanie, die Gazimon-Dame aus unserer Klasse. Sie wirkte ebenso außer Atem und starrte Isabell an. Plötzlich sprintete Steffanie auf Isabell zu und versuchte sie mit einem Faustschlag zu treffen. Die Renamon-Dame wich aber geschickt nach rechts aus und stand daraufhin mit dem Rücken zu mir und nur noch wenige Meter entfernt.
Als ich an Isabell vorbeischaute, entdeckte ich Gazimon, die genervt ihr Maul aufriss und brüllte: „Blitzbetäubung!“ Daraufhin schoss eine Kugel aus Strom aus ihrem Maul und flog auf Isabell und mich zu. Die Renamon-Dame vor mir sprang jedoch einfach hoch in die Luft, um der Attacke auszuweichen. Natürlich sah ich ihr erstaunt hinter her, aber mein Hirn reagierte noch rechtzeitig. Erschrocken sah ich wieder nach vorn und entdeckte die Kugel aus Strom, die auf mich zuflog. Im letzten Moment konnte ich noch ausweichen und hechtete nach rechts. Ich landete zwar unsanft auf dem Boden, die Attacke schlug jedoch keine Sekunde später in den Baum ein, der hinter mir gestanden hatte und verursachte einen großen Brandfleck.
Meine Aufmerksamkeit wurde schnell wieder auf etwas anderes gezogen, als ich Isabell rufen hörte: „Diamantensplitter!“ Gespannt sah ich zu der Renamon-Dame rauf, die gute fünf Meter in der Luft schwebte und dabei immer noch an Höhe gewann. Sie verschränkte ihre Arme vor ihrem Körper, kauerte sich fast schon zusammen, öffnete sie danach aber gleich wieder und dabei erschienen vor ihr unzählige weißleuchtende Splitter. Fasziniert sah ich dabei zu wie Isabell ihre Digimon-Attacke ausführte und die Diamantensplitter kurz darauf auf Steffanie zuflogen. Die Gazimon-Dame sprang nach links und rollte sich dabei einmal ab, um der Attacke auszuweichen. Die Splitter schlugen daraufhin in dem Boden ein, wirbelten ein wenig Dreck und Erde auf und verursachten ein kleines Loch.
Während Renamon natürlich wieder zur Landung ansetzte und an Höhe verlor, stürmte Steffanie auf sie zu. Ich begriff sofort warum. Im Moment konnte Isabell nämlich nicht ausweichen. Sie musste erst wieder Boden unter den Füßen haben, um reagieren zu können. Die Gazimon-Dame wollte es aber nicht soweit kommen lassen und setzte erneut ihre Attacke ein, nur wenige Meter vor der Stelle, wo Renamon landen würde. Als Isabell das begriff, hatte sie keine andere Möglichkeit mehr, als nur noch eine Abwehrhaltung einzunehmen. Mit beiden Armen vor ihrem Körper und einem angezogenen Bein, wurde sie schließlich von der Kugel aus Strom getroffen. Durch die kleine Explosion, die dabei entstand, wurde Isabell natürlich weggeschleudert und schlug hart auf dem Boden auf.
„Renamon!“, schrie ich entsetzt und rannte sofort zu ihr. Erst jetzt bemerkte mich Steffanie und als ich bei ihr ankam, auch Isabell. Ein paar kleine Blitze tanzten noch über den Körper der Renamon-Dame, während sich unter schmerzerfülltem Keuchen und gelegentlichem Zucken ihrer Muskeln die elektrische Ladung der Attacke in den Boden unter ihr entlud. „M-Mike? W-was machst du-u denn h-hier?“, fragte sie mich überrascht. „Dasselbe wollte ich dich auch gerade fragen. Warum kämpfst du ausgerechnet jetzt mit dem Weib?“, konterte ich direkt und half dabei Isabell langsam aufzustehen.
Nach ein paar Sekunden konnte sie sich wieder halbwegs auf den Beinen halten und starrte dabei nur wütend nach vorn. Ich folgte ihrem Blick und sah Gazimon. Ein gutes Stück hinter dem grauen, humanoiden Tier-Digimon fast am anderen Ende der kleinen Lichtung entdeckte ich ein junges Mädchen mit blonden Haaren. Sie war gefesselt und geknebelt und schaute mit traurigen Augen zu uns rüber. Die Kleine war vielleicht gerade mal sechs oder sieben Jahre alt. „Sie hat meine kleine Schwester und zwingt mich zum Kämpfen“, erklärte Isabell schließlich. „Ernsthaft? Die geht so weit und das nur wegen einem blöden Kampf?!“, meckerte ich geschockt. Ich sah wütend zur Gazimon-Dame rüber und brüllte: „Hast du den Verstand verloren? Dir ist hoffentlich klar, dass das Entführung und Erpressung ist oder? Dafür kannst du im Knast landen!“
Steffanie sagte nichts. Sie reagierte so gut wie gar nicht. Bei der war wohl wirklich eine Sicherung durchgebrannt. Ich wandte mich Isabell zu und flüsterte: „Kannst du noch kämpfen?“ Sie nickte nur wortlos. „Dann lenk sie ab. Ich schleich mich an ihr vorbei und hol deine Schwester.“ Bevor Renamon etwas darauf Antworten konnte, stürmte Steffanie plötzlich wieder auf uns zu und schlug nach uns. Ich wich zur Seite aus, während Isabell die Faust abfing und sie festhielt. Daraufhin verfielen die Beiden in einen kurzen Faustkampf. Ich nutzte diese Chance direkt und lief weiter nach rechts in den Wald, um aus Steffanies Blickfeld zu verschwinden. Hinter den Bäumen und Büschen rannte ich um die Lichtung herum und zum anderen Ende.
Als ich weitgenug weg war, lief ich wieder aus dem Wald raus und ging zum kleinen Mädchen. „Keine Angst, ich helfe dir“, sprach ich beruhigend auf sie ein, doch gerade als uns nur noch ein knapper Meter trennte, zog plötzlich ein starker Wind auf und ich wurde von irgendwas weggeschlagen. Ein gutes Stück flog ich durch die Luft und landete keuchend im Dreck. Nachdem ich noch ein bisschen über den Boden gerollt war, blieb ich schließlich auf dem Rücken liegen und krümmte mich vor Schmerzen. Mein Magen fühlte sich an, als hätte mich ein Pferd getreten. Isabell wich noch einer Attacke von Gazimon aus und rannte dann an ihr vorbei. Kurz darauf war sie auch schon bei mir und fragte besorgt: „Mike! Bist du verletzt? Was ist passiert?“
„Keine Ahnung. Irgendwas hat mich geschlagen“, drückte ich zwischen meinen Zähnen heraus und versuchte dabei mich nicht zu übergeben. Bevor Isabell etwas erwidern konnte, hörten wir ein tiefes Lachen. Während mir Renamon aufhalf, sahen wir uns verwundert um. „Wer ist da?“, fragte Isabell schließlich. Plötzlich flog jedoch Steffanie an uns vorbei und schwebte vor dem kleinen Mädchen etwa drei Meter hoch in der Luft. Es sah aus als ob sie am Hals festgehalten wurde. Die Gazimon-Dame strampelte etwas mit den Beinen und schien nur schwer atmen zu können. Durch ihren gestreckten Hals wurde das graue Fell ebenfalls etwas aufgelockert und was wir darunter entdeckten, ließ uns das Blut in den Adern gefrieren.
„Ein schwarzer Ring?!“, riefen Isabell und ich geschockt und trauten dabei unseren Augen nicht. Der schwarze Metallring lag eng an und wir konnten deutlich die merkwürdigen lilafarbenen Zeichen darauf gelegentlich aufleuchten sehen. Natürlich kannten wir die schwarzen Ringe aus den Geschichten und Legenden der ersten Digiritter. Von ihrem Erzfeind wurden sie mit Hilfe der Macht der Dunkelheit geschaffen und dienten nur dem Zweck, dass er andere Digimon damit kontrollieren und unterwerfen konnte. Heutzutage waren sie glücklicherweise extrem selten geworden, da nur sehr mächtige bösartige Digimon genügend Dunkelheit besaßen, um sie materialisieren zu können.
Wieder hörten wir das dreckige Lachen, dass uns diesmal einen Schauer über den Rücken jagte. „Es überrascht mich, dass ihr die schwarzen Ringe kennt“, sagte eine raunende Stimme, die aus allen Richtungen zu kommen schien. Plötzlich zog wieder der starke Wind auf, diesmal war er jedoch mit schwarzem Nebel vermischt, der überall umherwehte und sich schließlich vor uns sammelte. Isabell und ich sahen erstaunt dabei zu, wie um Steffanies Hals eine große Hand mit langen schwarzen Fingern erschien. Langsam zeigte sich danach immer mehr eines dünnen Armes und so ging es weiter, bis sich nur wenige Sekunden später hinter der Gazimon-Dame ein bösartiges Digimon materialisiert hatte.
Ich erkannte es sofort. Die Renamon-Dame neben mir wich einen Schritt zurück und murmelte: „Devimon?!“ „Wir kennen sie aus den Geschichten der ersten Digiritter. Wie kommt es, dass du davon einen erschaffen konntest? Soviel ich weiß, fällt das selbst einem Ultra-Level-Digimon schwer“, fragte ich verwundert, da ich von meinem Vater etwas ganz anderes gehört hatte. Devimon schlug einmal mit seinen zerlöcherten schwarzen Flügeln und erzeugte damit einen dunklen Wind, der Isabell und mich hinwegfegte. Gute drei oder vier Meter weiter hinten landeten wir auf dem Boden. Während wir uns langsam wieder aufrappelten, brüllte Devimon: „Du vorlauter Mensch! Du hast nicht die geringste Ahnung von der Macht der Dunkelheit, die in mir steckt.“
Plötzlich erzeugte Devimon ein paar kleine rote Blitze, die über seinen ausgestreckten Arm tanzten und kurz darauf die Gazimon-Dame einhüllten. Steffanie schrie qualvoll auf, was dem bösartigen Digimon nur ein zufriedenes Grinsen entlockte, bevor er sprach: „Genauso vorlaut wie dieses Weib. Ein Digimon, dass sich mit Menschen einlässt ist wertlos. Nicht mal als Sklaven würde ich euch Mischlinge ertragen können. Euer Anblick widert mich an und dennoch hat es diese hier gewagt mich zu rufen. Ich sollte ihr helfen, jemandem eine Lektion zu erteilen. Und was hat sie mir dafür geboten? Geld!“ Erneut erzeugte Devimon die roten Blitze, die Steffanie vor Schmerzen schreien ließen.
Isabell konnte es nicht mehr ertragen und rief: „Aufhören! Lass sie in Ruhe!“ Bevor die Renamon-Dame neben mir ihn jedoch angreifen konnte, schlug er nur erneut mit seinen Flügeln. Wir schafften es zwar diesmal zumindest auf unseren Füßen zu bleiben, dennoch kostete uns das allein schon viel Kraft. Nur wenige Sekunden später ließ das Schreien nach und während die roten Blitze versiegten, erklärte Devimon: „Als ob ich Interesse an eurem Geld hätte! Mich interessiert nur eins und das ist es meine Dunkelheit zu verbreiten und dabei werde ich mit Freuden all jene auslöschen, die sich mir in den Weg stellen!“ Das tiefe Lachen des Digimons halte erneut durch den Walt.
Mir kam ein Gedanke, daher fragte ich schließlich verwundert: „Warum lässt du dann Gazimon gegen Renamon kämpfen? Was hast du davon?“ Devimon sah mit seinem teuflischen Grinsen auf uns herab und antwortete: „Leichte Beute. Wenn die Beiden sich gegenseitig auspowern, kann ich ihren Körpern danach leichter die Digidaten entziehen. Auch als Mischlinge besitzen sie immer noch digitale Daten aus der Digiwelt, die ich nutzen kann, um stärker zu werden.“ „Warum musste ich auch fragen“, murmelte ich vor mich hin und wandte mich dann Isabell zu und fragte: „Was machen wir jetzt? Kannst du ihn besiegen?“
Die Renamon-Dame neben mir schüttelte verneinend den Kopf und erklärte: „Vielleicht, wenn ich nicht schon gegen Steffanie gekämpft hätte…“ Bevor wir das weiter diskutieren konnten, ließ Devimon plötzlich Steffanie los. Die Gazimon-Dame fiel zu Boden und rappelte sich aber recht schnell wieder auf. Sie drehte sich zu uns und schien wohl weiterkämpfen zu wollen. „Bevor ich mir aber eure Daten hole, will ich noch ein bisschen Spaß haben. Also Gazimon, töte den Menschen!“ Ich sah überrascht zu Devimon rauf, der nur dreckig grinste. Im nächsten Moment stürmte Steffanie auch schon auf uns zu und schlug nach mir.
Während ich nach rechts auswich, griff sich Renamon das Handgelenkt von Gazimon und schlug ihr blitzschnell einmal ins Gesicht und einmal in den Magen. Danach trennten die Beiden sich erstmal wieder. Als Steffanie sich jedoch wieder erholt hatte, griff sie nicht Isabell an, sondern wieder mich. Sie sprintete nach links und kam schnell auf mich zu. Ich begriff, dass ich nun wirklich ihr einziges Ziel war. Das größere Problem dabei war nur, dass Frauen zu schlagen gegen meine Prinzipien verstieß, ganz egal aus welchem Grund. Daher blieb mir nichts anderes übrig. Ich wich immer wieder nur aus. Nach dem sechsten oder siebten Mal fragte Renamon schließlich: „Warum verteidigst du dich nicht? Schlag zurück!“ Ich konterte direkt: „Ich schlage keine Mädchen!“
Während Renamon sich genervt darüber ausließ, wie blöd das in dieser Situation war, lockte ich Gazimon über die halbe Lichtung und näherte mich so langsam Isabells Schwester, die noch immer gefesselt und geknebelt am anderen Ende der Lichtung kauerte. Im großen Bogen bewegte ich mich an Devimon vorbei und wich dabei immer wieder Steffanies Fäusten und Digimon-Attacken aus. Als Renamon das bemerkte, ahnte sie wohl meinen Plan, denn als sich Devimon von ihr abwandte, um mich und Gazimon weiter zu beobachten schlich sie sich schnell etwas näher an ihn heran. Als ich dann nur noch wenige Meter von dem kleinen Mädchen entfernt war, griff Isabell Devimon an und zog seine Aufmerksamkeit so auf sich.
Ich grinste zufrieden, als ich sah, wie Devimon sich wegdrehte und stellte dabei der Gazimon-Dame ein Bein. Sie stolperte natürlich und während sie sich wütend versuchte aufzurappeln, befreite ich schnell Isabells kleine Schwester. „Danke“, murmelte die zaghaft. Ich warf das Seil und den Knebel zur Seite und flüsterte: „Lauf schnell nachhause. Hier einfach gerade aus durch den Wald und hol Hilfe. Beeil dich.“ Sie nickte nur und rannte los. Als sie sich durch das erste Gebüsch kämpfte, hörte Devimon leider die Geräusche davon und bemerkte uns. „Ihr Hosenscheißer habt mich reingelegt! Na wartet! Genug gespielt! Dieser Wald wird nun euer Grab werden!“, brüllte das bösartige Digimon wütend und sah dabei genervt dem kleinen Mädchen noch hinter her, bevor sie ganz im Wald verschwunden war.
Renamon nutzte erneut die Gelegenheit, während Devimon von ihr abgewandt war, sprang hoch und rief: „Diamantensplitter!“ Die kleinen Splitter erschienen erneut vor ihr und flogen auf Devimon zu. Der drehte sich natürlich ihr wieder zu, konnte aber nur noch einen Arm gerade so vor sein Gesicht halten, um ein paar Splitter abzufangen. Das Meiste von Isabells Attacke traf ihn dennoch und kurz nachdem sich die Diamantensplitter in seine schwarze Haut gebohrt hatten, explodierten sie und fügten ihm schmerzhaften Schaden zu. Glücklicherweise waren Renamon für Rookie-Digimon sehr stark. So hatten wir vielleicht doch eine kleine Chance auf den Sieg.
Nachdem sich der Rauch der Explosionen verzogen hatte, mussten wir jedoch geschockt feststellen, dass er kaum einen Kratzer davon abbekommen hatte. In dem Moment fiel mir ein, dass man auch über Devimon sagte, dass es stärker war, als die meisten anderen Champion-Level-Digimon. Ich nutzte den Moment um schnell wieder zu Isabell rüber zu laufen, die gerade wieder auf ihren Füßen landete. Nachdem sie sich aufgerappelt hatte, lief mir Steffanie leider auch schon wieder hinterher. So musste ich nur wenige Sekunden später wieder ihren Angriffen ausweichen. Gerade als ich einem Schlag von der Gazimon-Dame ausgewichen war, erschien plötzlich Isabell neben mir und schlug unter dem ausgestreckten Arm von Steffanie entlang ihr direkt in den Magen. Entsetz keuchte die dabei auf und krümmte sich vor Schmerzen.
Renamon und ich nutzten die kurze Pause, um nochmal etwas Abstand zu gewinnen und zu diskutieren. Schnaubend erklärte ich: „Was machen wir jetzt? So kann das nicht lange weitergehen. Wir sollten versuchen, ihn im Wald abzuschütteln.“ Isabell war ebenso außer Atem wie ich, meinte aber: „Wir können Steffanie aber nicht zurücklassen. Er bringt sie um.“ „Ich weiß, was du meinst, aber wenn das so weitergeht, bringt er uns alle um.“ Bevor Isabell etwas darauf antworten konnte, bemerkten wir, dass Gazimon schon wieder auf uns zustürmte und mich dabei weiterhin fixierte. Als ich erneut ausgewichen war, hörten wir allerdings Devimon rufen: „Böser Flügel!“ Nur wenige Sekunden später traf uns eine erneute Welle des schwarzen Nebels und fegte uns hinweg.
Nicht nur Isabell und ich wurden davon getroffen. Auch Steffanie flog mit uns ein paar Meter weit und landete ebenso unsanft auf dem Boden, wie wir. „Es wird Zeit das Ganze hier zu beenden“, stellte Devimon mit seiner düsteren und raunenden Stimme fest und kam dabei schon wieder auf uns zugeflogen. Ich sah zu, wie Renamon sich langsam wieder aufrappelte und sich ihm entgegenstellte. „Nein… Isabell!“, murmelte ich, denn mir wurde klar, wir konnten nicht gewinnen. Renamon kämpfte mit ihrer letzten Kraft. Zweimal konnte sie noch seinen Angriffen ausweichen, doch schließlich nahm ihre Erschöpfung überhand und er bekam sie zu fassen. Ich konnte sehen, wie sich seine knochigen schwarzen Finger um ihren Hals legten, während er sie lachend anhob und sie dadurch den Boden unter den Füßen verlor.
Mir stockte der Atem, als ich die roten Blitze über seinen Arm tanzen sah. Kurz darauf erreichten diese Isabell und sie fing vor Schmerzen an zu schreien. Im Bruchteil einer Sekunde wandelte sich meine Angst in Wut, mein Schmerz in Kraft und meine Starre wurde zu einem grenzenlosen Drang. Den Drang ihr zu helfen. Den Drang ihn umzubringen. Mein Blut raste durch meine Adern, meine Muskeln und mein Körper füllten sich mit Energie und ohne groß darüber nachzudenken, erhob ich mich, sprintete los und stürmte auf Devimon zu. Wie ein Blitz schnellte ich auf ihn zu, stieß mich mit aller Kraft vom Boden ab und sprang ihm entgegen. Bevor Devimon reagieren konnte, ballte ich meine Faust legte all meinen Zorn rein und schlug ihm mitten ins Gesicht.
Einen guten Meter wurde er zurückgedrängt, aber zu Boden ging er nicht. Er schwebte weiterhin. Renamon und ich allerdings schon. Langsam versuchten wir aufzustehen und nachdem Isabell etwas gehustet und einige Male durchgeatmet hatte, sah sie mich geschockt an. „Wie hast du das gemacht?“, fragte sie erstaunt. Bevor ich antworten konnte, brüllte Devimon: „Du elender Mensch! Wie kannst du es wagen!“ Wir sahen zu ihm rüber. Grimmig starrte er mich an. Er hatte ein paar Schrammen im Gesicht, aber wirklich verletzt war wohl nur sein Stolz. Seine Augen fingen an zu glühen, ein dunkler Nebel breitete sich um ihn herum aus und die Adern in seinen Armen pochten und traten hervor. Es war mehr als deutlich. Er war wütend.
„Das wars. Genug gespielt. Es ist Zeit für euch zu sterben!“, brummte er und sammelte dabei immer mehr dunkle Energie aus seiner Wut und seinem Hass. Gerade als wir wieder halbwegs auf den Füßen waren, kam er plötzlich auf uns zu und brüllte: „Todeskralle!“ Sein rechter Arm streckte er mir entgegen. Ich sah, wie seine spitzen roten Finger auf mich zu rasten, doch dann geschah alles weitere wie in Zeitlupe. Isabell erhob sich neben mir und trat vor mich. Bevor ich auch nur einen Ton rausbrachte, traf sie Devimons Attacke. Seine Finger bohrten sich in ihren Körper und sofort danach durchfuhren sie die rot-schwarzen Blitze. Entsetzt schrie sie auf, worauf mein Herz fast schon stehen blieb.
Nach einer endlos erscheinenden Qual zog Devimon seinen Arm zurück und Isabell ging zu Boden. Sofort rutschte ich an sie ran. Aus den fünf Löchern in ihrer Brust strömte das Blut. Erschrocken sah ich sie an. „Isabell! Isabell! Warum hast du das gemacht?!“, meckerte ich hastig und zog dabei mein T-Shirt aus, um die Löcher zu verdecken und die Blutung zu stoppen. Sie spuckte etwas Blut und antwortete: „Er – hätte – dich getötet.“ Ich bemerkte schnell, dass mein T-Shirt nichts brachte, versuchte es aber dennoch weiter. Mir rutschte das Herz in die Hose, als Isabell langsam die Augen schloss und aufhörte zu atmen. „Nein! NEIN! Isabell! Wach auf! Nicht sterben! Isabell!“ Als ich realisierte, dass es zu spät war, konnte ich nicht mehr und schrie: „RENAMON!“
Plötzlich leuchtete Isabells Körper auf. Ein weißer Schimmer umgab sie und sammelte sich langsam um die Wunden. Ich konnte sehen, wie die fünf Löcher verheilten. Als das geschehen war, verließ das Licht ihren Körper und formte über ihr eine kleine weiße Kugel. Nur wenige Sekunden später zersprang die Kugel aus Licht und zurück blieb ein Digivice, dass vor mir in der Luft schwebte. Ich traute meinen Augen nicht. Während Isabell wieder die Augen öffnete und stammelte: „Was? Was ist passiert?“, streckte ich meine Hand aus und nahm mir das Digivice. Ein paar Sekunden lang starrte ich es regungslos in meiner Hand an. „Ein Digivice?“, fragte Renamon verwundert und noch sehr schwach. Dadurch bemerkte ich sie erst wieder und fragte: „Isabell! Du lebst?!“
„Oh nein! Wie ich sowas hasse! Sterbt gefälligst!“, brüllte Devimon plötzlich und stürmte erneut auf uns zu. Wir sahen verwundert auf, doch bevor Devimon uns erreichen konnte, strahlte das Digivice auf und ließ ihn wieder zurückweichen. „NEIN! Dieses Licht! Es blendet mich. Dieses widerliche Licht!“, meckerte er und hielt sich schützend die Arme vors Gesicht. Erstaunt erhob ich mich und hielt ihm das Digivice entgegen. Das Licht wurde stärker und stärker und drängte ihn immer weiter zurück. Als Isabell ebenfalls aufstand und sich dabei in den Schein des Digivice stellte, erfüllte es langsam ihren Körper, bis dieser ebenfalls anfing zu leuchten. Nur wenige Sekunden später geschah es: Renamon digitiert zu – Kyubimon!
Geschockt starrte ich nach vorn. Isabell war digitiert und ihre Klamotten lagen in Fetzen überall auf dem Boden verstreut. In meiner Hand hielt ich das Digivice, dass noch immer etwas leuchtete und nun auch noch vibrierte. „Digitiert… Isabell. Du bist digitiert!“, rief ich begeistert und dabei öffnete Kyubimon nicht nur die Augen, sondern atmete auch tief durch, bevor sie sprach: „So viel Energie… Ich spüre sie in jedem Muskel.“ Ihre Stimme war zwar noch erkennbar, aber etwas tiefer als vorher. „Und wenn schon! Ihr werdet dennoch jetzt sterben!“, brüllte Devimon unbeeindruckt und kam auf uns zugeflogen. Viel sah ich nicht, da Isabells riesige Schwänze fast mein ganzes Sichtfeld bedeckten, aber ich ahnte was er vorhatte und rief instinktiv: „Kyubimon, spring!“
Ohne einen Mucks folgte sie meiner Anweisung und sprang hoch. Devimons Todeskrallen-Attacke ging dadurch im nächsten Moment ins Leere. Blitzschnell befahl ich: „Setzt deine Feuerkugel-Attacke ein!“ Auch diesmal folgte sie meiner Anweisung und nutzte ihre Attacke. Während Kyubimon noch leicht an Höhe gewann, rollte sie sich zu einer großen Kugel ein, die kurz darauf mit blauem Feuer umhüllt wurde. Dieses Feuer bildete einen Drachen, der auf Devimon zuraste. „Böser Flügel!“, brüllte Devimon jedoch und ließ einen Sturm aus dunklem Wind entstehen, der dem blauen Feuerdrachen entgegenwehte, diesen stoppte und schließlich dabei auflöste.
Während sich der Wind wieder legte, landete Isabell grazil auf ihren vier großen brennenden Pfoten. Ich beobachtete das Ganze genau und irgendwas war anders. Nicht nur Isabell hatte sich verändert, auch ich spürte plötzlich eine Energie in mir. Ich war viel aufmerksamer und hochkonzentriert. Jede noch so kleine Bewegung der beiden Digimon nahm ich war. War es das? War es so einer zu sein? Ein Digiritter?! Bevor ich meine Gedanken weiterführen konnte, meckerte Devimon: „Wie ich sowas hasse! Widerliches Gewürm! Nicht mal anständig sterben könnt ihr.“ Daraufhin flog er wieder auf uns zu. Als Kyubimon im gerade entgegen sprintete, bemerkte ich jedoch etwas in Devimons linker Hand. „Was?! Ein schwarzer Ring!?“ Entsetzt brüllte ich: „Isabell, HALT! Weich zurück!“
Ihre beiden großen Vorderpfoten gruben sich leicht in den Boden, als sie auf die Bremse tragt und versuchte meiner Anweisung auch diesmal zu folgen. Sie sah verwundert auf Devimon, doch es war zu spät. Sie konnte nicht mehr ausweichen und musste mitansehen, wie er mit ausgestrecktem Arm und dem schwarzen Ring in seiner Hand auf sie zukam. „Nein!“, brüllte sie, doch gerade als das kalte dunkle Metall das Fell um ihren Hals berührte, war ich zur Stelle. Ebenfalls mit ausgestrecktem Arm erschien ich neben ihr. In meiner Hand das leuchtende Digivice. „Keine Chance, Devimon! Das lasse ich niemals zu!“, rief ich und streckte ihm das Digivice entgegen. Das Licht nahm nochmal deutlich zu, sodass Devimon wieder jammerte und stoppte. Viel wichtiger war jedoch, dass der schwarze Ring dem Licht nicht standhalten konnte und in tausende schwarze Splitter zersprang, die sich sofort in Nichts auflösten.
Isabell bekam ebenfalls das Licht ab und spürte ihre Energie überlaufen. Während Devimon noch geblendet langsam zurückschwebte, nutzte sie die Chance und legte all ihre Kraft in eine Attacke. Ihre neun großen Schweife stellten sich auf, die blauen Flammen an den Spitzen wurden größer und größer und schon rief sie: „Neunköpfige Flamme!“ Das blaue Feuer ihrer Schweife formte neun kleine Kugeln, die auf Devimon zurasten und ihn direkt trafen. Das Feuer hüllte ihn in Sekunden ein. Brüllend riss er die Augen auf und versuchte den Flammen zu entkommen, doch es gelang ihm nicht. Seine schwarze Haut verbrannte langsam, aber noch schien er nicht zu sterben. Irgendwas hielt ihn am Leben. Die Macht der Dunkelheit in ihm war zu stark, was seine Quallen jedoch nur zu verlängern schien.
Isabell sammelte nochmal den letzten Rest ihrer Kraft und sprang hoch in die Luft. „Kyubimon, beende es mit deiner Feuerkugel!“, rief ich und schon formte sie mit ihrem Körper wieder in der Luft einen Ball aus Fell. Das blaue Feuer verteilte sich um sie herum und schoss wieder in Form eines Drachen auf Devimon zu. Als dieser die nahende Attacke bemerkte, drehte er sich ihr zu und brüllte entsetzt: „NEEEIIIIIINNN!!!“ Der Drache durchfuhr Devimon vollkommen und kurz sah man seinen Körper aufflackern, als würde er nur aus Pixeln bestehen. Das Nein verstummte dabei, die Augen wurden leer und keine Regung war mehr von ihm zu erkennen. Als der Drache vorbeigezogen und das ganze blaue Feuer erloschen war, zersprang Devimons Körper in unzählige Punkte.
Kyubimon wollte gerade seine Daten laden, da sprach ich: „Nein, lass das!“ Sie drehte sich verwundert zu mir um und ich erklärte: „Nicht so. Werde nicht so stärker. Das ist der falsche Weg.“ Sie sah mich erstaunt an, folgte aber auch diesmal meiner Anweisung. Die ganzen Daten lösten sich jedoch nicht einfach auf. Da Isabell sie nicht mehr beanspruchte, sammelten sie sich langsam auf dem Boden, formten eine Kugel und leuchteten kurz auf. Als alle Daten gesammelt waren, erlosch das Licht und ein Digiei blieb zurück.
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